Help

jakob-lorber.cc

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Treffer 60 - 80 von 4010

[FL 7.2] Wer je eine Fliege gesehen hat, der wird doch unmöglich ihr das Leben abstreiten, und wird vielmehr sagen müssen, dieses Thierchen ist nicht nur lebendig, sondern was sein Leben betrifft, so hat es in naturmäßiger Hinsicht sogar ein vollkommeneres Leben, als so manche Thiere, die sich schon auf einer bei weitem höheren Stufe der Vollkommenheit befinden, ja er wird am Ende noch sagen: Wahrhaftig wahr, so ich meine übrigen Eigenschaften beibehalten könnte, so wäre ich als Mensch der Erste, der mit dem sehr bequem eingerichteten Leben einer Fliege tauschen möchte.

[FL 7.5] Und so höret denn: das ganz eigentlichst freieste Leben ist nur in Mir, welches Leben aber also beschaffen ist, und in einer also überschwänglich großen Vollkommenheit bestehet, daß es in seiner Sphäre ewig nie kann von einem geschaffenen Wesen ergriffen und erfasset werden; darum es ist ein heiliges Leben, und da es ist ein heiliges Leben, so ist es auch ein ewiges und ein unendliches Leben.

[FL 7.7] In diesem Centrum ist alle lebende Kraft der ganzen Unendlichkeit vereinigt, und gehet von diesem Centrum wieder in die ganze Unendlichkeit aus. Damit aber diese lebende Kraft sich nicht zu sehr in das Allerunendlichste zerstreue, und daher in sich selbst schwächer werde, so hat sie sich durch die ganze Endlosigkeit des ewigen Raumes auch endlos viele Lebenssammelpunkte geschaffen, in welchen sich das Leben gewisserart selbst auffängt, und sodann wieder zurück kehrt zu seinem urewigen Centralsitze.

[FL 7.9] Aber so ihr dieses Geheimnis ein wenig verstehet, da wird auch in jedem Falle sich die bedeutungsvolle Frage von selbst aufwerfen, welche also lauten wird: Ja, aber warum muß denn solches geschehen? Kann denn Gott je schwächer werden in Seinem Leben?

[FL 7.11] Wenn aber dem Bedürfnisse Seiner unendlichen Liebe zufolge Er schon, wenigstens für eure Begriffe, von vielen Ewigkeiten her erschaffen hat Geschöpfe überaus mannigfacher Art, vom vollkommensten Geiste abwärts bis zum allerunbedeutendsten atomischen Thierchen, und allen diesen überaus endlos zahllosen Wesen das Leben gab, jedem nach seiner Art, — saget Mir einmal, durch welches Leben hat denn der Schöpfer diese zahllosen Wesen belebt? belebt sie jetzt noch, und wird sie ewig beleben!?

[FL 7.12] Hat Er irgendwo außer Sich ein Privatleben, mit welchem Er alle diese Wesen belebt, ohne deshalb nötig zu haben, sie aus Seinem eigenen Leben zu beleben!? Ich bin der Meinung, eine solche Annahme möchte etwa doch schon einem Steine undenkbar möglich vorkommen. Da der Schöpfer also kein solches Privatleben hat, so wird es ja etwa doch klar sein, daß Er alle diese geschaffenen Wesen aus Sich belebte und beleben muß.

[FL 7.14] Damit ihr ein solches Schwächerwerden noch inniger versteht, so mache Ich euch nur auf die endlose Theilbarkeit der Materie selbst aufmerksam; denn ihr könnet euch zufolge dieser Theilung selbst noch in einem Atome endlos viele Theile denken, aber wird das Atom dadurch stärker, so ihr es endlos theilet, oder umgekehrt? Ihr könnet zwar das Atom durch eine ewig fortdauernde Theilung nicht aufheben, aber solches möget ihr auch verstehen, daß sodann das also unendlich getheilte Atom nicht mehr die Stärke haben wird, als es sie gehabt hat vor der Theilung.

[FL 7.17] Warum werden denn diejenigen Menschen gewöhnlich — wenigstens naturmäßig — stärker, welche schon von Jugend auf durch allerlei schwere Arbeit ihre Kräfte geübt haben? — Das ist Nr. 1.

[FL 7.22] Warum wird von einem und demselben Baume das Holz fester und unzerstörbarer, je mehr irgend ein Baum den Stürmen ausgesetzt war?

[FL 7.23] Sehet nun, und merket es denn, warum in der weiten Unendlichkeit so endlos viele Lebensaufhaltspunkte gesetzt worden sind. Sehet, höret und verstehet es: damit sich das urewige Leben selbst immer mehr und mehr übe, und sonach an der endlosen Kraft auch ewig und endlos zunehme, und das aus dem Grunde zwar, weil auf diese Weise das von dem Mittelpunkte ausgehende Leben stets vervollkommneter und intensiver in das Centrum zurückkehrt.

[FL 7.24] So wir dieses wissen und verstehen, so werden uns, Meine lieben Kleinen, auch die ersten zwei gestellten Fragen, wie und warum nämlich die Fliege lebt, so gut als wie schon vollkommen beantwortet sein; denn wie sie lebt, beantwortet sich schon aus dem, daß sie ebenfalls ein solch gestellter Sammelpunkt für das ausgehende Leben aus dem Centrum ist, und nimmt daher in sich sammelnd gleichsam das Leben von einer Unzahl Vorgangsthierchen in sich auf.

[FL 7.25] Also die erste Frage muß selbst einem Blinden schon ersichtlich klar sein.

[FL 7.26] Es wird aber demzufolge nun auch sicher Niemanden mehr schwer fallen, schon im Voraus ganz klar zu bestimmen, warum sie lebt, nämlich: damit die Summe ihres Lebens übergehe und somit zurückkehre in ein vollkommeneres und schon intensiveres Leben, und also fort und fort aufwärts bis zur Seele des Menschen, welche da zugleich auch in sich zur Aufnahme des intensivsten Lebens aus Mir (des Geistes) fähig wird, welches Leben sich da mit Mir, wie ihr wißt, durch die Liebe nun wieder vollends zu einer Kraft vereinigen kann.

[FL 7.28] Doch das bisher Gesagte über dieses Thierchens positive Polarität diene euch nur als eine tüchtige Vorleitung, damit ihr das, was da noch folgen wird, desto gründlicher verstehen möget. Ueberdenket es wohl, die nächste Fortsetzung wird euch erst etwas näher in das Wesen dieses Thierchens hineinsehen lassen, und somit lassen wir es für heute gut sein! —

[FL 8.1] Damit ihr aber das folgende Großwichtige gründlich verstehet, so wird es noch nöthig sein, auf das bereits Gesagte einen kleinen Rückblick zu machen; d. h. nur auf den positiv polarischen Theil unserer Fliege, wie sie ist, ein Sammelpunkt des Lebens.

[FL 8.3] Aber ihr werdet hier leicht fragen: Wie wird denn die Sonne diejenigen Strahlen wieder zurückbekommen, welche seit ihrer ersten Entstehungsperiode noch immer im Ausgehen in die unendlichen Raumfernen begriffen sind? —

[FL 8.7] Nun sehet, wenn ihr dieses ein wenig beachtet, so werdet ihr ja doch schon mit den Fingern leicht finden, wie gestaltet von Mir aus, von Unendlichkeit zu Unendlichkeit die Wirtschaftung des Lichtes eingerichtet ist, und daß auf diese Weise auch nicht das allerkleinste Atom in dem endlosen Äther der Unendlichkeit zwecklos schwimmt. —

[FL 8.8] Solches ist für den, Großes zu denken ungewohnten, Geist wohl etwas schwer zu fassen; aber ein schöpferisches Beispiel, das Ich euch noch hinzufügen will, wird euch von der Zurückkehr und dem wirtschaftlichen Austausche der Strahlen sicher für das Verständnis eueres Geistes einen überaus guten Dienst leisten.

[FL 8.12] Wenn dann solche Strahlen zweier Sonnen sich begegnen, so sind sie auch natürlich als Strahlen der Sonne von gleicher Polarität. — Ihr wißt aber, daß sich gleiche Polaritäten nimmerdar anziehen, sondern stets abstoßen; nun, so ihr nur ein wenig gutes Verständniß im Herzen besitzet, so müßet ihr ja zufolge des bereits Gesagten mit den Händen greifen, daß wenn also sich begegnende Strahlen sich gegenseitig abstoßen, sie sich somit auch selbst gewisserart, wie ihr zu sagen pflegt, zu Heimtreibern dienen.

[FL 8.14] Das ist jetzt freilich eine ein wenig etwas andere Frage; um euch aber vor der Hauptsache jedoch nicht so lange aufzuhalten, so sage Ich es euch alsogleich offen hin, was ihr auch bei nur einigermaßen gediegenerem Nachdenken gefunden haben würdet, daß an dieser Stelle sich ein Strahlenkonflikt bildet, und zwar aus dem Grunde, weil auch ein Theil der Strahlen die Linie des andern Theils ganz gerade durchschneidet und sich allda begegnet, welche Kreuzung der Strahlen ihr euch also vorstellen müsset, als so ihr mehrere solche Kreuze also übereinander gelegt hättet, daß da von einem Mittelpunkte eine Menge auslaufender Strahlen ersichtlich würde.

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Desktop Impressum