Help

jakob-lorber.cc

197 198 199 200 201 202 203 204 205 206 Treffer 4000 - 4020 von 7596

[RB 1.44.1] (Der HErr:) „Du siehst hier vor uns in unserer nächsten Nähe ein recht großes und herrliches Wohngebäude! Sieh', das wirst du nun bewohnen, und Ich werde bei dir sein zeitweilig, woraus du dir aber eben nichts zu machen brauchst; denn Ich werde allezeit und allemale bei dir sein, und dir helfen, so oft du Mich nur immer in deinem Herzen berufen wirst; was aber eben so viel sagen will, als: Ich bleibe stets bei dir!

[RB 1.44.7] Als wir durch den Garten vor eine gar herrlich geformte Hausflur gelangen, da strömen aus derselben Massen von Menschen beiderlei Geschlechtes, und schreien ein lautes „Vivat hoch! – Hoch lebe unser hochverehrtester Robert Blum, der größte Volksfreund Europas; Vivat – hoch – dir, du erster und größter Deutsche des 19. Jahrhunderts! Willkommen, 1000 Male willkommen, du unser größter Freund, und muthvollster Anführer deiner vielen 1000 Freunde gegen die starren Feinde der Freiheit der Menschen, komme, komme in deiner Brüder Mitte! Wie lange harrten wir hier schon deiner, und du wolltest nicht vorkommen, obschon wir gar wohl wissen, daß du gar Vielen aus uns vorangegangen bist! Wie sehr drängt uns die höchste und gerechteste Begierde, dein Blut und unser Blut an jenen hochmüthigen Barbaren zu rächen, die aus der pursten und absolutesten Herrschsucht uns haben gemeinsten Hunden gleich erschießen lassen! Aber es fehlte uns an einem Anführer. Nun aber bist du hier als derjenige Mann, der mit allen Gesetzen der Natur- und Geisterwelt gar wohl vertraut ist; daher ordne uns zuvor nach unsern Fähigkeiten, und führe uns dann dorthin, wo wir die Rache nehmen können! – und diese irdisch großglänzenden Raubthiere in menschlicher Gestalt sollen Wunder der schaurigsten Rache erleben, die wir an ihnen verüben werden und wollen!“

[RB 1.44.8] Spricht Robert: „Freunde! kommt Zeit, kommt Rath! vor Allem meinen Dank für euren herzlichsten Gruß, und Gott dem Herrn alles Lob, daß Er mich euch Alle hier beisammen hat treffen lassen. Vor der Hand sage ich euch blos nur das: Wie auf der Erde, also auch hier hat alles seine Zeit; bevor der Apfel nicht reif ist, fällt er nicht vom Baume; wann er aber reif ist, dann richtet ein kleines Lüftchen, das gar leise durch die Zweige säuselt, mehr aus, als ehedem ein Orkan. Was sollen wir uns hier nun vor der Zeit eine extra ordinäre Mühe machen, um uns an jenen Wüthrichen zu rächen, die auf der Erde nun die Herren über alle Menschen zu sein sich dünken?! Lassen wir ihnen nur diese elende Freude noch einige Wochen oder Monde; sie werden uns dann schon von selbst kommen; und haben wir sie einmal hier, dann, Freunde, werden wir mit ihnen so ein paar Wörtleins diskuriren! Ihr versteht mich hoffentlich, was ich damit sagen will?!“

[RB 1.44.9] Schreien Alle: „Ja, ja, wir verstehen dich! Du bist wohl doch stets ein grundgescheidter Mann gewesen, und bist es sicher auch noch hier in dieser Welt, in der wir uns eigentlich noch gar nicht auskennen, und auch gar nicht wissen, wie wir hieher gekommen, und wo wir nun so ganz eigentlich sind?

[RB 1.44.10] Es ist wohl diese Gegend sehr schön, ja, sie ist so schön wie ein wahrhaftiges Paradies; aber wir kennen uns hier weiter gar nicht aus, als was uns sogleich bei unserer Ankunft hier von ein Paar recht freundlich aussehenden Männern ist gesagt worden, und zwar sogestaltig: Dieß Haus gehöre dem Robert Blum samt Allem, was hier unsere Augen ersähen, 'also auch sogar die Sterne am Firmamente?' fragten wir. – 'Ja, auch die Sterne', antworteten die zwei Männer; darauf beschieden sie uns, so lange hier ganz ruhig uns zu verhalten, bis du, als der alleinige Besitzer aller dieser Herrlichkeit, selbst kommen wirst, mit noch einem großen und guten Freunde; da werdest dann schon du selbst mit deinem Freunde uns bescheiden, was wir in dieser Gegend werden anzufangen haben.

[RB 1.44.12] aber nur sei du nun so gut, und zeige uns Allen gütigst an, was wir denn unternehmen und thun sollen? Denn durch so ein ganz müssiges und sinnloses Herbrüten wird uns auch diese schönste Zeit und Gegend sehr langweilig! – Kurz und gut, wir hoffen von deiner weisen Einsicht und von deinem redlichsten Brudersinne alles Beste! denn einem Robert Blum soll künftighin nichts mehr mißglücken! – Vivat! hoch!!!“

[RB 1.44.14] Vor allem aber muß ich euch darauf aufmerksam machen, mir von nun an ja kein 'vivat hoch' mehr darzubringen, was hier auch eine reine Dummheit wäre, wo wir ein ewiges unverwüstliches Leben zu leben anfangen, dem ewig kein Tod mehr folgen wird; warum sollen wir sonach einander ein Lebehoch zurufen, wo wir ohnehin durch Gottes außerordentliche Güte und Gnade das eigentliche höchste Leben überkommen haben?!

[RB 1.44.15] Euer künftiger Ruf sei daher ganz ein anderer, und laute also: Hochgelobt, und über alles geliebt und gepriesen sei Gott der Herr in Christo Jesu, den wir für einen puren Menschen hielten; Der aber dennoch ist von Ewigkeit zu Ewigkeit der alleinige Gott, und somit Schöpfer der Unendlichkeit und alles dessen, was in ihr ist! So ihr also rufen werdet, da werdet ihr euch ehestens eines vollkommenen Lebens zu erfreuen den vollsten Grund haben, während euch Ehrenbezeugungen, die ihr mir erweiset, nicht um ein Haar weiter bringen werden!

[RB 1.44.16] Dieses merket euch auch und denket, daß der Blum kein Narr ist, und seinen guten Grund hat, euch Allen solches hier gleich Anfangs kund zu geben, was er auf der Erde leider selbst im hohen Grade bezweifelt hatte! Und das thut Blum hier, wie auf der Erde als euer alter, bester und aufrichtigster Freund, und so ihr das wohl erwäget, da wird es euch auch hoffentlich ein Leichtes sein, das auf das Wort eures Freundes anzunehmen, was euch sonst wohl ziemlich schwer ankommen dürfte; nicht wahr, Freunde! was ich euch sage, das wollet und werdet ihr auch glauben, da ihr es wohl wisset, daß ich nichts leichten Kaufs annehme, besonders, wo es sich um Sachen des Glaubens und der Religion handelt!?“

[RB 1.44.17] Schreien Alle: „Ja, ja, was du uns sagst und lehrst, das nehmen wir Alle unbedingt an; denn wir wissen es ja Alle, daß unser Robert eine weiße Kuh auch bei der stockfinstersten Nacht niemals für eine schwarze angeschaut hat. Was du uns sagst, das ist auch sicher wahr; denn du hast uns auch auf der Erde, und zwar in Wien, die Wahrheit gesagt, und riethest uns vom Gefechte abzustehen, da der Feind zu stark, und das Zusammenhalten und der Muth der Vertheidiger Wiens zu locker sei! Aber wir glaubten dir's nicht und sprachen: Ist denn nun auch Blum ein Feigling geworden?! – Da riefst du mit männlicher Stimme: 'Blum, der das Leben nie für der Güter höchstes gehalten hat, fürchtet auch hunderttausend Teufel nicht, geschweige diese frechen Söldlinge! Daher zu den Waffen von Neuem, der Muth hat, an meiner Seite zu sterben!' – Da griffen wir zu den Waffen, und sahen es leider zu spät ein, daß du ehedem die Wahrheit geredet hast!

[RB 1.44.18] Nun aber wollen wir dir denn alles aufs Wort glauben, und dir nimmer in etwas Widerrede thun; aber nur bleibe du stets unser Führer und Lehrer! denn du bist weiser in einem Finger, als wir Alle zusammen im ganzen Leibe! – Nun aber gehe ungestört in dein Haus und besehe es, und gebe uns bald irgend eine unsern Kräften angemessene Beschäftigung.“

[RB 1.45.1] Spr. Robert: „Das freut mich, das freut mich sehr von euch, ihr meine lieben Freunde und wackeren Kampfgenossen, daß ihr nun so willig alles annehmet, was ich euch anrathe! Ich gebe euch Allen dagegen aber auch die treueste Versicherung, daß ich, so wahr mir dieser mein und auch euer größter Freund allzeit beistehen und helfen werde, euch auch nun die durchdachteste und bestimmteste Weisung geben werde, durch die ihr allerunfehlbarst zur wahresten Wohlfahrt des ewigen unzerstörbaren Lebens, in welchem ihr euch nun nach der Ablegung der schweren Leiber befindet, gelangen müsset.

[RB 1.45.2] Es wird freilich noch gar Manches erforderlich sein, und ihr werdet noch so manche Proben zu bestehen haben, bevor ihr für jene großen Zwecke vollends reif werdet, die der große, heilige, ewige Urheber aller Dinge und alles Seins uns Erdenmenschen, die Er Sich zu Kindern erkor, uns Allen gestellet hat!

[RB 1.45.3] Aber nur Muth und Ausharrung, und eine wahre vollkommene Liebe zu Ihm, unserem ewigen heiligen Vater! dadurch werden wir alle uns beirren wollenden Vorkommnisse leicht besiegen, und diejenige Reife ehestens erreichen, durch die wir uns Ihm wahrhaftigst im Geiste und in der vollsten Wahrheit werden nahen können!

[RB 1.45.4] O Brüder! ich, euer getreu'ster Freund Robert sage es euch: was ich selbst auf der Erde nicht einmal zu ahnen vermochte, das entfaltet sich hier vor meinen, wie auch vor euren Augen nun schon so wundersam herrlich, daß auch die gebildetste Zunge nicht darzustellen vermöchte, was Gott denen bereitet, die Ihn lieben! Aber alles, was ihr nun sehet, ist nicht einmal ein Thautröpfchen gegen das Meer! Denn Unaussprechliches erwartet uns!

[RB 1.45.5] Höret, ein Weiser auf Erden, der das Reich der menschlichen Ideen und Fantasien mit einer tiefdurchdachten Würdigung jahrelang durchprüfte, sprach in großer Entzückung: „Welch ein Reichthum, welch ein unversiegbarer Born von zahllosen Himmeln der Himmel ist in dessen kleines Herz gelegt, der auf der Erde auf zwei gebrechlichen Füßen einhergehet, und unter allen Thieren aufrecht gehend, sich Mensch nennt! „Könnte dieser Mensch alle seine Ideen durch ein göttlich Werde! realisiren, o! was Großes wäre es da, ein Mensch zu sein! und doch ist aller dieser Ideen- und Fantasienreichthum eines Menschen kaum nur ein gebrochenster und leisester Schimmer jener endlosen Fülle, Tiefe und Klarheit, die in Gott zu sein jedes tiefdenkenden Menschen Erkenntniß annehmen muß!

[RB 1.45.6] So aber dieser Weise, der meines Wissens ein Heide war, schon eine so erhabene Idee vom Menschen, und durch die untrüglichsten Symptome im Menschen eine noch endlos erhabenere von der Gottheit faßte, da er noch auf der Erde mit dem Staube der Vergänglichkeit bekleidet war, um wie viel mehr haben wir nun das vollste Recht, uns ganz diesen großen Ideen hinzugeben, da wir für's Erste – durch des großen Gottes Gnade über dem Staube der Verwesung uns befinden, und fürs Zweite – wir uns auch 'Christen' nennen, die berufen sind, in des großen Gottes Reich einzugehen!

[RB 1.45.7] Freilich, und leider sind wir nur kaum dem Namen nach Christen, und Viele aus uns haben sich sogar geschämt, Christen zu heißen, woran aber freilich Rom und unsere eigene Dummheit die Hauptschuld trägt; aber von nun an soll es nimmer also sein; die größte Ehre unseres Herzens wird es nun sein, Christo völlig anzugehören! -

[RB 1.45.8] Ich sage es euch: Christus ist alles in Allem; Er ist das ewige Alpha und Omega, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende; Er allein ist das Leben, die Wahrheit und der Weg – allen Wesen, Menschen, Geistern und Engeln; in Seinen Händen ruhen alle Himmel, alle Welten, und Alles, was auf und in ihnen ist, athmet, lebet, webet und strebet! Durch Ihn, und durch Sein heiliges ewiges Wort können wir Kinder Seines ewigen Vaterherzens werden, und sein mit und in Ihm alles in Allem; ohne Ihn aber giebt es ewig kein Sein, kein Leben, und somit auch keine Seligkeit! Glaubet ihr, meine lieben Freunde, mir das?!“

[RB 1.45.10] Das, was du uns nun von Christo gar so schön vorgesagt hast, hat uns Alle ganz besonders erfreut! Denn weißt du, wir hielten heimlich auf Ihn stets große Stücke; aber freilich, wie Ihn die römischen Pfaffen, besonders die gewissen Mönche, nur zu oft entstellten, und Ihn nichts anderes thun ließen, als alle Menschen, die nicht nach ihrer Pfeife tanzen möchten, ohne allen Pardon schnurgerade zur Hölle zu verdammen, da freilich mußte man sich ja am Ende denn doch dieses sonst so allererhabensten Namens förmlich – wenigstens öffentlich – zu schämen anfangen! denn einen Gott von so kaprizirter, zorniger und eigensinnigster Art, wie diese Mönche einen aus dem sonst so unmenschlich guten, guten Christus Jesus gemacht haben, konnte denn doch wohl kein nur mit einiger Vernunft begabter Mensch annehmen: Das Rosenkranzbeten, die höchst fade Litanei, alle die Heiligen-Gebete, die Exerzitien, die Verehrung der Reliquien, das Beichten ohne Maaß und Ziel, das Messenzahlen ditto, und noch zahllose ähnliche Dummheiten mehr fordere Christus für die Gewinnung des Himmels! Weißt, Bruder, das konnte man denn im 19. Jahrhunderte doch nicht mehr annehmen, besonders wenn man als ein armer Tagwerker nur zu oft Gelegenheit zu sehen hatte, wie diese Gottesdiener sicher aus lauter strenger Buße sich beim Altare, wo sie ihre Messen herunter leierten, vor lauter Speck beim Dominus vobiscum kaum umdrehen konnten!

197 198 199 200 201 202 203 204 205 206 Desktop Impressum