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Schrifttexterklärungen

[2.5] Ich frage aber: Wenn dieser Landmann den ganzen Acker besäet mit gutem Korne, und der Acker bringt ihm hundertfältige Aernte, davon ein Zehntel zu seinem Unterhalte genügt, werden ihm darum die überflüssigen neun Zehntheile zum Schaden sein? – O sicher nicht; denn die Hälfte von dem Ueberflusse kann er an Dürftige vertheilen, die ihm dafür überaus dankbar sein werden, und die andere Hälfte des Ueberflusses kann er auf den Markt bringen. Und da es ein gutes Getraide ist, so wird er viele Käufer finden, die es ihm um vortheilhafte Preise abnehmen werden; und er kann dann mit dem gewonnenen Gelde sein anderes Hauswesen bestellen, und wird dadurch ein ansehnlicher und reicher Landmann werden.

[2.6] Nun sehet, aus diesem Beispiele geht klar hervor, daß, so Jemand in sich einen guten Acker hat, und hat dazu des guten Samens in großer Menge, da soll er in der Aussaat nicht sparsam sein; denn wer reichlich säet, der wird auch reichlich ärnten, wer aber sparsam säet, der wird sparsam ärnten; und was braucht es denn dazu? – Wenn einmal nur das Erdreich des Ackers gut bearbeitet ist, so möget ihr auf demselben noch so viel guten Kornes aussäen, und es wird dennoch kein Korn zu Grunde gehen in dem guten Erdreiche; sondern ein jedes Korn wird seinen reichlichen Halm schießen.

[2.7] Also ist es auch in dieser Sache, was eben durch das Lesen die geistige Aussaat des Wortes betrifft.

[2.8] Zur Bearbeitung des geistigen Bodens braucht der Mensch nicht mehr, als die zwei Gebote der Liebe; mit diesen bearbeitet er gar leicht seinen geistigen Acker. Ist dieser bearbeitet, dann kann Jeder so viel in desselben Erdreich säen, als er nur immer kann und mag; oder er kann so viel des guten Gegebenen lesen, als er nur irgend desselben sich in gerechter Menge verschaffen kann, die ganze heilige Schrift und alle auf dieselbe Bezug habenden wahren Erklärungen; und er wird nichts aus allem dem in sich aufnehmen, was ihm nicht eine reichliche Aernte abgeben sollte.

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