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Der Laodizenerbrief

[1.46] O was hat euch doch berücket, die ihr lebendig geworden seyd in Christo, daß ihr nun wieder euch dem Tode von Neuem ergeben wollet?! —

[1.47] Mit was soll ich euch denn vergleichen, das euch treffen möchte, wie ein guter Wurf die Zielscheibe? — Ja, ihr seyd gleich einer brandigen Buhldirne, die da wohnet in einer Stadt, und ist aber dennoch eines guten Hauses Tochter. —

[1.48] Höret mich an, und schreibet es euch hinter die Ohren! — Was nützt der Buhldirne ihre gute Abkunft, so aber dennoch ihr Fleisch geiler ist, als das Fett eines gemästeten Sündenbockes? —

[1.49] Wird sie nicht in ihrem Gemache vor Fleischbrand auf und ab rennen, und wird bald bei einem, und bald wieder beim andern Fenster den halben Leib hinausstrecken, und wird ihre buhllüsternen Augen nach allen Seiten herumschießen lassen, ob sie erblicken möchte Den, der da hat, darnach ihr Fleisch geilet und brennet?! —

[1.50] Und wird sie ihn erblicken, so wird sie ihm zeigen durch die lose Gluth ihrer Augen, was sie möchte, und wird in ihrer Begierde um's Zehnfache mehr sündigen mit ihm, als eine Hure im Bette der Schande mit ihrem Buhlen! —

[1.51] O sehet, ihr Laodiceer, das ist euer Bild! — Wisset ihr aber, was der redlich werben wollende Bräutigam solch einer Dirne thun wird, so er vor ihrem Hause vorbeiziehen wird, und wird ansichtig ihrer schändlichen Geilerei? —

[1.52] Er wird sie sofort tun aus seinem Herzen, und aus seinem Munde, und wird sie hinfort nicht mehr ansehen, und so sie auch gelangen möchte in die größte Noth! —

[1.53] Desgleichen wird euch auch der Herr thun; denn Er hat euch einen neuen lebendigen Tempel errichtet in eueren Herzen, allda ihr Seiner harren sollet; ihr aber verschmähet den Tempel, dieses heilige Gemach, und rennet aus lauter weltlicher Geilheit an die Fenster des Gerichtes, und wollet da geilen mit der Welt, des Goldes wegen, des Ansehens und der Herrschsucht wegen, da ihr nach allem dem lüstern seyd! —

[1.54] Ich aber sage euch: Der Herr wird Sich zurückziehen, und wird euch in alle Hurerei übergehen lassen, in's alte Gericht, und in den alten Tod, so ihr nicht sofort umkehret, und gänzlich ablasset von euerer selbstgewählten Geistlichkeit, von euerem Tempel, von euerem Feiertage, und von eueren verbrämten Kleidern; denn dieß Alles ist vor dem Herrn ein Gräuel gleich einer brandigen Buhldirne, die da in ihrem Herzen ärger ist, denn zehn Huren Babels. — — —

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