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[NS 19.12] Nur die alleinigen Willensübungen werden, wie schon früher erwähnt wurde, auf den verschiedenen Höhenstufen dieser Säule vorgenommen; aber auch nur darum in diesem Bethause, damit sich der Wille eines jeden Menschen desto mehr einen solle mit dem Willen des großen Gottes. Dazu gehören auch diejenigen vorerwähnten Uebungen, durch welche die Sonnenmenschen von jeder Höhe ohne Schwindel gleichgültig in die Tiefe hinab zu blicken im Stande sein sollen, und auch wirklich werden.

[NS 23.24] In solcher Vereinigung empfindet das Ehepaar die größte Wonne, welche Wonne aber nicht ist gleich eurer sinnlichen Wollust, sondern nur gleich einem Zustande, wann sich bei euch in einem und demselben Guten und Wahren zwei gleichgesinnte Gemüther finden; aber nur müßt ihr euch dabei eine überaus hohe Potenz eines solchen Gemüthszustandes denken.

[NS 24.26] Was geschieht denn mit dem übergebliebenen Theile? Der übergebliebene Theil übergiebt sobald das ganze Hauswesen dem ältesten Sohne, und lebt sodann die noch zur Vollreife des Geistes nöthige Zeit in dem Hause als ein Lehrer und Rathgeber in den göttlichen Dingen.

[NS 25.14] Wie aber in diesem nördlichen Nebengürtel sich verhält die gastliche Beschaffenheit des bewohnbaren Landbodens, also verhält sich eben diese Beschaffenheit auch in dem südlichen, nämlich dem nördlichen in gerader Richtung gegenüber; so zwar, daß auch in dem südlichen Gürtel nach der hohen Gebirgslinie zuerst ein Wassergürtel kommt, sodann ein sehr gebirgiges Land, welches sich ebenfalls auch gegen den nächsten Hochgebirgszug verflacht.

[NS 26.3] Der übrige Leib des Weibes ist dann schon, wie gesagt, überaus zart, weich und durchgehends wohl abgerundet. Das Haar des Weibes ist von Natur aus blendend weiß, während die Hautfarbe gerade also aussieht, als wenn ihr möchtet nehmen ein blasses Rosenblatt, und möchtet durch dasselbe die Sonne scheinen lassen; denn auch in diesem Gürtel haben die Menschen ein eigenes Licht, und wann ein Weib dieses Gürtels zur Nachzeit stände auf einem eurer Berge, so würde sie einen bedeutenden Umkreis noch recht wohl erleuchten, aber mit keinem weißen, sondern, was ihren Leib betrifft, mit einem blaßröthlichen Lichte. Nur mit den Haaren würde sie ein sehr intensiv weißes Licht zeigen, welches Licht ihr sowohl in der Nacht, als auch am Tage mit offenen Augen nicht ertragen würdet.

[NS 26.25] Die meisten Naturspectakel gehen gewöhnlich in diesen Gürteln allda vor sich, wo die beiden Wassergürtel die zwei Hochgebirgsreihen begrenzen, durch welche der Hauptgürtel von diesen beiden Nebengürteln getrennt wird. Diese Naturspectakel sind besonders bei der Gelegenheit der Hauptgürtelgeschwulstausbrüche ziemlich andauernd; aber da dieser Wassergürtel doch noch immer so breit ist, als ungefähr hier und da der doppelte Durchmesser euerer Erde beträgt, so ist für unsere Schaulustigen von solchen Hauptspectakeln eben nicht gar viel zu erblicken. Bei großen Ausbrüchen werden manchmal wohl eine Menge großer Leuchtkugeln über das Hochgebirge in diesen Gürtel geschleudert; aber zufolge der sehr bedeutenden Entfernung werden solche Leuchtkugeln, wann sie auch manchmal von der Größe eures Erdmondes sind, eben nicht gar viel größer erblickt, als wie ihr den Mond sehet durch ein mittelmäßig starkes Fernrohr. Zudem noch dauert das Herabfallen einer solchen Leuchtkugel kaum nur einige Secunden nach euerer Rechnung; daher denn auch das Spektakel die schaulustigen Bewohner dieses Gürtels allzeit sehr unbefriedigt läßt.

[NS 27.9] Um die große Mittelsäule aber führt ebenfalls eine Wendeltreppe bis auf den Dachboden hinauf, und über demselben durch ein Dachthor auf die sogenannte Dachgallerie, welche alldort das Observatorium heißt, d. h. dem Zwecke nach genommen, nicht aber dem Worte nach. Diese Gallerie ist ebenfalls mit einem einfachen, aber geschmackvollen Kleinsäulengeländer umfangen. Manchmal ist diese Gallerie selbst noch mit einer Dachung versehen; auf den Hochflachländern aber ist dieses Observatorium gewöhnlich ohne Dachung. Der Grund liegt darin, weil es auf diesen Hochländern auch in der Sonne beiweitem kühler ist, denn in den tiefer gelegenen. —

[NS 27.15] für’s geistige Bedürfniß giebt es dort eine Art Bilderbücher, durch welche Bilder die Menschen alle gemachten Erfahrungen und Anschauungen aufzeichnen. — Wenn ein oder der andere Mensch eine gewisse Anzahl solcher Bücher von Erfahrungen und Anschauungen gesammelt hat, so übergiebt er dann dieselben einem Collegium, unter welchem er allenfalls steht. Alldort werden alle diese Erfahrungen und Anschauungen fein durchgeprüft; das Brauchbare wird dann in ein allgemeines Protocollbuch eingetragen, das Unbrauchbare und Kleinliche aber gewöhnlich durchstrichen.

[NS 27.37] Unter den Seitengängen längs der Wand, und zwar zwischen einer jeden Gangsäule, befindet sich ebenfalls wieder ein solcher Kasten aus hochgelbem Golde angefertiget; nur ist ein jeder solcher Kasten gut noch einmal so breit, als einer zwischen den Säulen des Mittelganges. Diese Kästen, welche sich um die Wand des ganzen Gebäudes ziehen, sind das Archiv; und in manchem Hauptgebäude giebt es deren über zweitausend, und ein jeder solcher Kasten hat nicht selten bei tausend Fächer, von denen ein jedes manchmal bei zweitausend Bücher faßt. Wenn ihr Solches mit einander multipliciret, so dürftet ihr eine ziemlich starke Bibliothek herausbringen; nur müßt ihr euch darunter keine eurigen Folianten denken, sondern ein solches Buch besteht im höchsten Falle nur aus zehn Blättern, wo auf jedem Blatte mehrere allgemeine Bilder vorkommen, wo aber ein jedes Bild so viel in sich faßt, daß, wenn ihr dasselbe mit eurer Sprache beschreiben wolltet, ihr damit sicher tausend Folianten anfüllen würdet; einen jeden Folianten zu fünftausend Seiten genommen. —

[NS 30.6] Ihr wisset auch etwas von der Symmetrie und vom Gleichgewichte; allein was ist da eure Symmetrie und euer Gleichgewicht gegen Dem, was ein solcher Gürtelbewohner Symmetrie und Gleichgewicht nennt! —

[NS 30.7] Nehmen wir zuerst ein Beispiel von der Symmetrie. Wenn ein Sonnenbewohner zu euch in eure Zimmer kommen würde, und möchte da erblicken die Gegenstände, wenn auch noch ziemlich wohlgeordnet, in einem Zimmer, als z. B. Kästen, Tische, Bänke, Wandzierungen u. d. m., so würde er augenblicklich die Hände über dem Kopfe zusammenschlagen, und würde euch, wenn er sich von seinem ersten Entsetzen ein wenig erholt hätte, auf ein Haar beweisen, daß von solcher Unordnung das Gleichgewicht eines ganzen Weltkörpers abhängt; und ist dieser aus seinem Gleichgewichte, so muß Alles mit der Zeit aus dem Gleichgewichte kommen. Er würde euch beweisen, daß, wenn dieser oder jener Kasten, oder ein sonstiges Einrichtungsstück nicht mit der größten Ruhe und Behutsamkeit um ein Haar weiter gerückt wird, in tausend Millionen Jahren die ganze sichtbare Schöpfung in die größte Unordnung gerathen muß; — und Solches würde er euch nicht nur naturmäßig, sondern auch mit außerordentlicher philosophischer Gediegenheit metaphysisch darthun, und würde z. B. sagen: Aber merket ihr unsinnigen Menschen denn nicht, daß sich ja nothwendig eure Gedanken vorerst also ordnen und binden müssen, wie geordnet da ist das Hausgeräth in eurer Wohnung. In welcher Ordnung aber werden sich diese wohl binden, wenn sie neben einem Kasten einen Stuhl, auf dem Kasten irgend ein mit dem Kasten in gar keiner Beziehung stehendes Gefäß, in einem andern Winkel des Zimmers ein Ruhebett, und neben demselben wieder einen Tisch, und neben dem Tische wieder etwas mit demselben in gar keiner Beziehung Stehendes entweder für beständig, oder was noch schlechter ist, veränderlich erschauen? —

[NS 30.9] Und weiter würde ein solcher weiser Bewohner solch’ eines Gürtels zu euch sprechen: Kennt ihr das Gewicht eures Weltkörpers? Wißt ihr, was denselben um seine Achse dreht? Wißt ihr, was ihn im freien Raume erhält? — Es ist das Gleichgewicht. — Sind für’s Erste eure Häuser vollkommen symmetrisch gebaut, keines größer und keines kleiner, und so auch alle Zimmer in den Häusern vollkommen gleich eingetheilt, die Einrichtung überall dieselbe und gleich geordnet, so übt Solches keine Störung auf die Bewegung eines Weltkörpers; im Gegentheil aber muß es euch ja doch einleuchtend sein, daß solche unsymmetrische und unverhältnißmäßig bald mehr massive, bald wieder weniger massenreiche Aufhäufung von Materialien auf einem und demselben Punkte dem Gleichgewichte eines ganz frei schwebenden Weltkörpers ja nothwendiger Weise einen mathematischen Unterschied beibringen muß; — ist aber das Gleichgewicht nur im geringsten gestört, so geht solche Störung ja auch auf die Bewegung über, und bewirkt mit der Zeit immer mehr sich häufende Unordnungen für’s Erste in der Temperatur, und für’s Zweite in dem Umschwunge selbst, welcher entweder beschleunigt oder verzögert wird. Wenn aber solche Unordnungen um euch her durch eure eigene Ungeschicklichkeit entstehen müssen, wann wollt ihr dann erst eurem Geiste den Aufschwung zu einer höheren Ordnung geben, und durch diese erst in die Weisheit übergehen? —

[NS 30.10] Sehet, das wäre ein Beispiel über die Symmetrie; bevor wir aber Solches näher beleuchten wollen, wollen wir noch ein Kleines vom eigentlichen Gleichgewichte hinzufügen. — Ihr werdet hier zwar sagen, und fragen: Was soll denn dieser Weise noch für ein anderes Gleichgewicht haben, als dasjenige, dem zufolge er ja ohnehin schon hinreichend die Symmetrie unserer Zimmereinrichtung getadelt hat? —

[NS 30.11] Ich sage euch aber: Das war nur eine allerleiseste Anspielung von Dem, was ein so recht erzweiser Gürtelbewohner unter dem Gleichgewichte versteht. Das Gleichgewicht geht dort so weit, daß ihr euch davon auf der Erde im eigentlichsten Sinne gar keinen Begriff machen könnet; —

[NS 30.12] so wird zufolge des Gleichgewichtes das Kleidungsstück, was sie tragen, auf einer allergenauesten Haarwage gewogen, und muß dem zufolge, wenn z. B. in einem Hause auch bei hundert Menschen leben, Jedermann ein ganz haargleich vollkommen schweres Kleid tragen, und muß sich Dem zufolge auch Jeder gefallen lassen, daß die Kleidungsstücke von Zeit zu Zeit wieder gewogen werden; und wenn es sich da zeigt, daß eines oder das andere um ein oder zwei Sonnenstäubchen geringer ist, als das andere, so muß solches außerordentliche Untergewicht alsogleich wagrecht ersetzt werden.

[NS 30.13] Hernach wird auch Jedermann abgewogen, und der natürlich Schwerste dient da zum Maßstabe; der Leichtere muß sich dann gefallen lassen, stets so viel Gewicht mit sich zu tragen, damit er mit dem Schwersten gleichgewichtig ist. Also ist es auch mit den Weibern der Fall; da auch wird die Schwerste abgewogen, und die Leichteren müssen ebenfalls sich zur Tragung eines Gewichtes bequemen, um vollwichtig zu werden. Die Kinder werden nach gewissen Altersklassen eingetheilt, und müssen von einer Altersklasse zur andern ein bestimmtes Kindergewicht haben, welches aber dadurch erhalten wird, daß den Kindern gleich Anfangs ein kleines Bleigewicht gegeben wird, von welchem von Zeit zu Zeit stets nach der Waage etwas genommen wird, damit das erste angenommene Kindesgewicht bis zur nächsten Altersklasse stetig bleibe; —

[NS 30.17] Auf ein gegebenes Zeichen erhebt sich dann wieder Alles von den Ruhebänken, und bewegt sich gleichen Schrittes paar und paarweise entweder auf die Gallerie des Hauses im Inwendigen, oder aber auch manchmal auf die Dachgallerie; doch jede solche Bewegung muß sehr gleichmäßig geschehen, so daß Niemand einen geschwinderen und weiteren Schritt machen darf, als wie solche Schritte schon mit Linien auf dem Boden bezeichnet sind.

[NS 30.18] Solche Ordnung in der Bewegung aber wird nur vorzugsweise im Hause beobachtet, und außer dem Hause nur bis zu einem gewissen Kreise; über diesen Kreis kann dann auch jeder Mensch sich freier und willkürlicher bewegen, und das zwar aus dem Grunde, weil dort der Boden ihrer Welt kein gleichgewichtstörendes schweres Haus mehr zu tragen hat.

[NS 30.19] Eben also pedantisch ist auch solche symmetrische und Gleichgewicht-Beobachtung in den Kollegien zu Hause. —

[NS 32.1] Was die Religion betrifft, so giebt es in diesen beiden Gürteln durchgehends keinen ceremoniellen oder gewisserart äußerlich sichtbaren Religionscultus; denn davon sind die Bewohner dieser Gürtel die abgesagtesten Feinde, weil sich nach ihren höchst ordnungsmäßig abgewogenen Grundsätzen etwas äußerlich Materielles eben so wenig mit einem allerpurst Geistigen verbinden ließe, als die Zahl Zwei mit der Zahl Sieben.

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