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[GS 2.120.2] Worin aber besteht dieser? – Das werden wir mit wenigen Worten heraus haben. – Sehet an die naturmäßig geistige Sphäre euerer Erde, oder das sogenannte Mittelreich, welches auch den Namen „Hades“ führt und ungefähr das ist, was ihr als Römischgläubige freilich ziemlich stark irrig unter dem „Fegfeuer“ versteht. Am besten kann dieses Reich einem großen Eintrittszimmer verglichen werden, allwo Alles ohne Unterschied des Standes und Ranges eintritt, und sich dort zum ferneren Eintritt in die eigentlichen Gastgemächer gewisserart bequemlich vorbereitet.

[GS 2.120.5] Dieses große Mittelreich ist die Hauptwerkstätte für alle himmlischen Geister; da bekommen Alle vollauf zu thun. Denn denket euch diesen Ort, der alle Stunden eures Tages über fünf bis sieben tausend neue Ankömmlinge erhält. Diese müssen Alle sogleich durchgeprüft und an den ihnen vollkommen entsprechenden Ort gebracht werden; oder besser gesprochen: Sie müssen sobald in einen solchen Zustand hinein geleitet werden, der mit ihrer Grundliebe in Eins zusammenfällt. – Daher müssen sie in all’ ihren Neigungen erforscht und erprobt werden; und wohin sie sich dann am meisten neigen, dahin muß ihnen auch geistig der Weg geöffnet sein.

[GS 2.120.6] Auf der Welt thut sich das freilich wohl nicht; denn das wäre der allerbarste sogenannte St. Simonismus, welcher in der kürzesten Zeit die ganze Erde in ein Raub- und Mordnest verwandeln möchte. – Aber im Geisterreiche wird gewisserart eben dieser St. Simonismus beobachtet; und ein Jeder kann dem zu Folge seiner Neigung ganz ungehindert nachgehen. –

[GS 2.121.1] Hat ein solcher Gast eine solche Scene von einer seiner Hauptleidenschaften durchgemacht, so wird er dann gewöhnlich voll Eckels gegen solch’ ein flüchtiges Vergnügen, indem er sich dabei überzeugt, daß daran nichts Reelles ist. – Solches müßt ihr wissen, daß solche Geister auch jenseits den Beischlaf pflegen; aber sie empfinden statt des Lustreizes einen sehr bedeutenden Lustschmerz, und diese Eigenthümlichkeit macht ihnen um so eher eine solche Leidenschaft zum Eckel.

[GS 2.121.6] So Mancher, besonders Römischgläubige wird das nicht sehr billig finden; denn für’s Erste will er von den gebeichteten Sünden nichts mehr wissen, und für’s Zweite glaubt er an ein besonderes Gericht, welches der Herr mit jedem Verstorbenen gleich nach dem Tode insbesondere vornimmt.

[GS 2.122.5] Es könnte hier Jemand fragen: Ist denn das der gewöhnliche Weg, welchen alle Geister durchgeführt werden müssen, um endlich einmal in den Himmel zu gelangen?

[GS 2.123.6] Solches war auch der Fall, wie ihr euch bisher nun zehnfach überzeugt habt, indem ihr in der Sphäre eines jeden dieser zehn Engelsgeister allzeit die geistige Welt in einer ganz andern Form erschauetet. Das ist nun mehr als sonnenklar vor euch; und Ich aber habe euch noch hinzu gesagt, daß ihr dieses geistige Diorama in eben denselben Geistern wiederholtermaßen durchgehen könnet, und ihr werdet die geistige Welt wieder in einer ganz anderen Form erschauen.

[GS 2.125.4] Daher dürfte Ich alle Engel des Himmels herabsenden, und von ihnen das Wort des Lebens allorts verkünden lassen auf die wunderbarste Weise, – heute, morgen und übermorgen werden es die Menschen ganz erschüttert anhören und annehmen; aber weiter hinaus werden sie anfangen das Wunder ganz gleichgiltig zu betrachten und dabei ihren Weltgeschäften nachrennen, wie zuvor.

[GS 2.125.5] Das sind die industriellen Menschen und deren nimmer zu sättigenden Bedürfnisse. Sie gleichen dem Gebüsch und den Dörnern. Geht Anfangs das Wort auch auf, so wird es aber dennoch bald erstickt, und die Menschen werden hernach gleichgiltiger gegen dasselbe, als zuvor; denn eher sprachen sie: So wir es auf einem wirklich wunderbaren Wege erhielten, da wollten wir ja glauben und darnach thun. Ich aber willfahre auch diesem Wunsche; fast an allen Orten spende Ich es nun, wie hier, wunderbar aus. Welche Effecte aber macht es? – Höchstens hier und da politische Bedenklichkeiten; das ist aber auch schon das Meiste. Daß sich aber Jemand daran kehren möchte, – dieses gute Erdreich, wo ist es?

[STE 3.9] Aber je begieriger und je aufmerksamer er dieses Werk lesen wird, auf desto mehr äußere Widersprüche wird er auch stoßen, und wird bald zu seinem Freunde sagen: „Freund! ich habe nun das von Dir angerathene Buch wenigstens schon sechs- bis siebenmal durchgelesen; aber je öfter und je aufmerksamer ich es durchlese, auf desto mehr Widersprüche und Unsinn komme ich auch. Was soll es mit all diesem bunten Firlefanz, was mit diesen mysteriösen Prophetien, die gerade so viel Zusammenhang zu haben scheinen, als der Chimborasso in Amerika mit dem Himalaya-Gebirge in Asien? –

[STE 3.11] Ich kann Dir sagen, mein lieber Freund und Bruder, wie ich dieses Buch das erste Mal durchgelesen habe, da kam es mir im Ernste vor, als hätte es irgend einen verborgenen weisen Sinn; aber je öfter und je kritischer aufmerksam ich es darauf wieder durchlas, desto mehr überzeugte ich mich auch, daß dieses ganze Buch nichts Anderes ist, als eine allerreichhaltigste Schatzkammer des allerkrassesten Unsinns; denn abgerechnet einige praktikable alte Wahrheitssprüche, drängt ein Unsinn den anderen, und die alleinigen wenigen Sprüche, welche geradenwegs wohl auch nicht das reinste Gold sind, abgerechnet, ist dieses ganze Buch ganz dazu geeignet, der Dummheit der Menschen seiner mystischen Form wegen noch einen Jahrhunderte langen Unterhalt zu verschaffen.“

[STE 7.15] Was will das wohl besagen? Durch solche gründliche Beleuchtung des Wortes in der h. Schrift wird unfehlbar die Göttlichkeit desselben ersichtlich, und wird auch also geachtet und hochgeehrt. Das ist die Salbung; denn nicht selten drückt sich da Jemand in den erhabensten Ausdrücken aus über die Würde und göttliche Hoheit der h. Schrift; aber alles Das ist die Salbung des Leichnams.

[STE 13.11] Gehen wir in dasjenige Königreich, welches vom Meere umschlossen ist; in diesem Königreiche findet ihr Bibliotheken und Zeitschriften in einer solchen Menge, daß man mit den Blättern Europa und Asien dreimal belegen könnte; und nirgends wird so viel gelesen, als in diesem Königreiche. – Aber nicht leichtlich findet ihr irgendwo eine größere Gefühllosigkeit und gänzliche Verhärtung der Herzen, als in eben diesem Königreiche! Mit der größten Gleichgültigkeit von der Welt kann da ein von Golde strotzender, vielbelesener und gelehrter Großer tausend arme, wehklagende, brod- und obdachlose Menschen vor seinem Palaste des Hungertodes sterben sehen, ohne im Geringsten etwa dazu bewegt zu werden, auch nur Einem aus den Sterbenden ein Stück Brodes zu reichen.

[STE 17.18] Christus aber hatte nicht auf Hochschulen studirt, um dadurch als ein hochgelehrter Weiser in die Herrlichkeit des Vaters einzugehen, sondern Seine Schule hieß: Demuth und werkthätige Liebe! Wenn aber Christus mit dieser Schule voranging, wie wollet denn ihr mit einer anderen in’s Reich Gottes gelangen?

[STE 28.25] Also gehen auch eine Menge Wanderer auf ein hohes Gebirge. So lange es bequem geht, da gehen alle recht hurtig mit; wann aber die Steilen des Hochgebirges kommen, und es heißt: Von da an braucht die Besteigung des Berges Gewalt und Kraft; da kehren sie um, und nur sehr Wenigen gelingt es, die Spitzen des Hochgebirges zu erklimmen.

[STE 29.2] Ich habe euch schon einmal gesagt, daß durchgehends in allen Meinen Thaten die beiweitem tieferen und verborgeneren Geheimnisse Meines Seins im Fleische auf der Erde stecken. Denn die Worte habe Ich zu Jedermanns Verständniß gestellt; aber nicht also steht es mit Meinen Thaten. Diese verstanden selbst Meine Brüder nicht, bevor nicht der heilige Geist über sie kam, – und als sie sie verstanden, da ward es ihnen auch vom Geiste gesagt, daß sie vor Niemanden sollen den tiefen Sinn der Thaten kund geben, weil die Welt ihn nie fassen kann und wird,

[STE 32.4] Darauf kann erwidert werden: Joseph hatte für’s Erste nie ein völliges Eigenthum hinterlassen. Seine Kinder, sowohl die eigenen, als die aufgenommenen, befanden sich für’s Zweite selbst in der größten Armuth, und sind Mir zumeist nachgefolgt, und darunter war eben auch Johannes selbst, der sich viel im Hause des Joseph aufhielt, und gleichsam ebenfalls ein Zögling dieses Hauses war. Denn sein Vater war noch dürftiger, als Joseph selbst, und gab daher seinen Sohn dahin, daß er erlernen möchte die Kunst Josephs. Er erlernte sie auch, und war ein recht geschickter Zimmermann und Schreiner zugleich, und wußte auch mit dem Drechseln umzugehen. – Zudem hatte er die Maria, sowie Mich und das ganze Haus Josephs ungemein lieb, und Maria konnte keinen besseren und getreueren Händen anvertraut werden, als eben diesem Sohne Zebedäi.

[STE 36.17] Ich aber frage wieder: Wem wohl kann solch ein Trost genügen, der den Werth des Lebens kennt? Kann’s dem Lebendigen gleichgiltig sein, ob er ist, oder nicht ist? Wie aber kann überhaupt ein Mensch, der da ist, das Nichtdasein rühmen, da er ja doch unmöglich wissen kann, wie der Zustand des Nichtseins irgend beschaffen ist? –

[STE 37.12] Diese wägen noch immer die Diamanten zugleich mit den Kieseln in einer Wagschale; wozu aber des Kiesels Gewicht neben dem Diamanten? Warum den Mist aus der Ferne anschauen, und vor dem Gold im eigenen Hause gleichgiltig vorüberziehen?

[LAO 1.41] Christus aber hat euch lebendig gemacht, da ihr todt waret in eueren Sünden, und in euerer Vorhaut eueres Fleisches, und hat euch nachgelassen alle Sünden, die ihr allezeit begangen habet in dem Tempel, wie in euerer Vorhaut; —

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