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Die Geistige Sonne

[1.2.5] Wenn ihr nun eure Gefühle vergleichen könnt, vom Anblick der rohesten Materie angefangen bis zur gänzlichen Vollendung dieses stattlichen Gebäudes, so werdet ihr darin doch sicher einen ganz gewaltigen Unterschied finden. Wodurch aber wurde denn dieser Unterschied hervorgebracht? Ich sage euch: Durch nichts anderes als durch die zweckmäßige und gerechte Ordnung und Einung der getrennten rohen Materie zu einem Ganzen. Wenn ihr früher unter den rohen Materienhaufen herumgewandelt seid, war es euch unbehaglich zumute, und eure Gefühle wälzten sich chaotisch durcheinander. Als ihr wieder die ganze rohe Materie durch das Feuer und durch die Handwerkszeuge der Zimmerleute mehr ordnen und tauglich machen sahet, da ward es euch schon heimlicher; denn ihr sahet jetzt schon mehr Möglichkeit voraus, daß aus solch einer geordneten Materie ein Haus werden kann. Aber noch immer konntet ihr zu keiner völligen Vorstellung des Hauses gelangen.

[1.2.6] Als ihr aber vom Baumeister den Bauplan habt ausstecken sehen, waret ihr gewisserart schon mehr befriedigend überrascht in eurem Gefühle, denn ihr konntet da schon sagen: Ei, siehe da! Das wird ein ganz großartiges Gebäude! Als ihr aber dann das Gebäude schon im Rohen völlig ausgebaut erblicktet, da sehntet ihr euch nach der Vollendung des Gebäudes. Als das Gebäude vollendet dastand, betrachtetet ihr dasselbe mit großem Wohlgefallen, und als ihr erst in die schönen und zierlichen Gemächer des Hauses eingeführt wurdet, da verwundertet ihr euch hoch und sagtet: Wer hätte solches der vor kurzem noch ganz roh daliegenden Materie angesehen?!

[1.2.7] Nun sehet, also verhält es sich auch mit allem dem, was wir bis jetzt in der naturmäßigen Sonne gesehen haben. Es sind rohe Materialklumpen, welche in diesem Zustande ohne Zusammenhang und ohne Einung erschienen. So jemand die Bewohner der Sonne und alle ihre Einrichtungen nacheinander betrachtet, kann er daraus keinen Zusammenhang und kein Aufeinanderbeziehen herausfinden. Also erst in dem Geistigen werden diese noch ganz rohen Klumpen mehr und mehr geordnet. Und aus dieser Ordnung kann dann schon ersehen werden, zu welch einer höheren Bestimmung sie demzufolge da sind, da sie in ihrem Inneren alle auf ein Wesen hindeuten, in welchem erst ihre endliche und völlige Ordnung zu einem vollkommenen Ganzen bewerkstelligt werden kann.

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