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Großes Evangelium Johannes

[6.220.8] Sagte darauf der Schriftgelehrte: „Meister, du hast nun ganz wohl und weise geredet, und es ist schon also; aber es ist darin doch ein Etwas, mit dem ich mich noch nicht so recht befreunden kann, und das besteht darin: Du sagtest, daß man die Welt nicht lieben solle, weil die Welt das Gericht und der Tod ist. Nun, das ist zwar an und für sich schon ganz wahr, – aber nun bedenke man, wie groß die Erde ist, und wie viele Menschen unfreiwillig auf ihr leben! Wer aber kommt zu ihnen und bringt ihnen einen Trost und ein Evangelium aus den Himmeln? Sie wachsen wild auf wie das Unkraut auf einer Heide und kennen nichts und wissen nichts. Sollen auch solche durch den allmächtigen Willen Gottes ganz blind auf diese Erde gesetzten Menschen an dieser Welt, die sie trägt und nährt, mit keiner Liebe hängen?

[6.220.9] Es ist schon unser Judentum beinahe mehr ein Heidentum als ein wahres Judentum; wie sieht es dann erst mit den andern Völkern und Menschen aus? Denn dafür kann ja doch, soweit unser Wissen, Denken und Erinnern reicht, kein Mensch etwas, daß er als völlig willenlos in diese wahrlich schlechte und elende Welt geboren worden ist! Ist er aber einmal da, so wird er dann gleich von der Geburt an bis zum Rande des Grabes in einem fort mit allem möglichen geplagt, womit ein Mensch nur geplagt werden kann. Den Beschluß macht dann ein schmerzvoller und bitterer Tod.

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