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[GR 6.15] Hier würdet ihr zuerst ein ungeheueres Toben und Tosen in dieser schwarzen Wolkenmasse gewahren. Dieses Toben und Tosen rühret her von dem sich Aneinanderdrängen dieser Geister und von dem immer mehr und mehr Ergrimmtwerden. Je mehr aber diese argen Geister sich abmühen, die oberen vernichtend zu durchbrechen, desto mehr auch werden sie von den oberen entgegengedrückt.

[GR 9.13] Wenn hernach ein solcher Mensch solche Höhen wirklich erstiegen hat, so freut sich der Geist, daß er sich befindet in seiner wahren Gesellschaft; allein da aber die freien Geister wohl die reinste Einsicht haben, daß für solch einen unzeitigen (unreifen) Geist hier noch keines Bleibens ist, da stellen sie sich so bald wieder außer Rapport mit ihm; sodann sinkt der Geist wieder in seinen Schlaf zurück; dem Leibmenschen wird's dann unbehaglich auf solchen Höhen, daß er sich darum bald wieder sehnsüchtig hinabbegibt in die Thäler, in denen ihm entsprechende Wohnungen sich befinden.

[RB 1.51.7] Aber so Ich dir die Thüre öffnen werde, da darfst du sie nicht sogleich anreden, sondern sie eine Zeit lange an Meiner Seite belauschen, was alles sie unter einander abmachen und beschließen werden; so sie erst einen Vollbeschluß werden gefaßt haben, alsdann erst wird es an der rechten Zeit sein, sie anzureden, und sich ihnen zu zeigen; das also zu deiner Darnachrichtung!

[RB 1.55.5] Spricht Jell.: „Aber lieber Bruder! schau, schau! wie es mir vorkommt, so bist du ja ein Haupthasenfuß! Wie aber hast du doch mit solch einem Muthe einen Armeekommandanten vorstellen können?! O Bruder! nun wird mir so manches klar! Schau, so du nicht von einer gar so hasenfußischen Begeisterung beseelt gewesen wärest, und hättest lieber im offenen Felde vor dem Feinde deine Heeresmacht, anstatt von deinem wohlbewachten Kommandantenbüro aus befehligt, wer weiß es – ob Wien nicht gesiegt hätte? Wenn allenfalls ein Napoleon an deiner Stelle gewesen wäre, da hätten die kaiserlichen Kanonen und Bomben sicher einen sehr bedeutend submisseren Ton angenommen. Aber nun all das bei Seite, Freund! ich bitte dich um deiner eigenen Ehre willen, sei mir nur jetzt kein Hasenfuß!“

[RB 1.59.6] Sieh', der Todtschlag ist eine der größten Sünden, die ein Mensch an seinem Nebenmenschen begehen kann. Es wandeln aber ein Vater und dessen Sohn durch einen Wald. Ein böser Mensch, der bei dem Vater viel Geld wittert, springt auf einmal gleich einem Tiger aus dem Dickicht hervor, packt den Vater an der Kehle, und will ihn erdrosseln; (eine – solchen Mördern liebste Hinrichtungsart, weil ihnen dabei die Absicht zum wirklich aus vollem Willen vollbrachten Morde, so sie vor's Gericht kämen, nicht so leicht erwiesen werden kann). Der Sohn ersieht die große Gefahr seines Vaters, greift sogleich nach seinem Gewehre, und tödtet den Raubmörder! Siehe, der Todtschlag ist, wie bekannt, also eine der größten Sünden, die ein Mensch gegen seinen Nebenmenschen begehen kann; ist aber auch der Todtschlag, den der Sohn an dem Mörder, der seinen Vater erdrosseln wollte, beging, auch eine Sünde? – O nein! Schon der pure Verstand sagt es dir: Der Todtschlag ist nur an und für sich, wie auch um so mehr als Mittel zur Erreichung eines schlechten Zweckes eine der größten Sünden! Aber, wie hier in Verbindung mit dem besten Zwecke ist er eben so heilig als der Zweck selbst, und ganz besonders dann, wenn er als ein einzig möglich wirksames Mittel sich herausstellt.

[RB 1.101.7] Die gewisse Mariandl schlägt 7 Kreuze über ihre Stirne, Mund und Brust, und spricht dann im noch Wienerschen Dialekte zu dem oben bekannten Franz, dessen Augen auch größer und größer werden: „No, host iena ghört! o der höllischi Sausackre der! waon i hiazt af die Erd zruck denke thua, und mi so erinnern thua, daß de höllische Sausackre mei Liebhobr woar, und wos er mit mi alles tribe had, do möcht i aber schun vor Zorn grod aus der Haut faahrn! Na, hod aber so was a Mohl a menschlichi Seel gsehn und ghört! I bin a a große Sündrin, und waß es a recht guad, daß ich nix als d' Höll verdient han; aber i mieg hiazt grod zerfließa vor Lieb zum Herrn Herrgott Jesus, weil Er holt goar so entsetzlich guad is; und i war auf d'r Welt a nit gar a so große Sündrin wurn, waon i nuar a Bißel a beßri Erziehung ghobt hiet! Aber der höllische Sausackre hod die besti Erziehung ghobt, und immer d' heilge Schrift g'lesen, und aondri geistliche Bücher a no dazua, so daß seini Freund gemant hon, er mießt von Mund auf schnurgrod ins Himmelreich auffohrn! Aber hiatzt zagt sich, was für ein höllischer Sausacker von an Schriftglehrte er woar! fur der Welt hod er wuhl für an ehrlichen Mensche gelte wuhln, aber unser liebesti Herrgott woar ihma a Pomadi, und drum hod er furn Leite a so thaon, als waon er schun 's gaonzi Himmelreich mit a große Löfl gfreße hiate, ober Samsti, waon er sani lustge Zeit hod ghobt, do hod er's Himmelreich schön saubr an guadn Monn sein loße, und waon ma Jehna draon erinnert hod, so woar er glei Fuchsteufels toll, und sagte: Sei still, dumme Gans! was versteast du von dem Reich Gottes!? Sechs Tag ghöre Gott, und einer der Natur! Do hobmer hiazt seine wohre Natur! O du höllischer Sausackre du! Na woart, na woart! In der Höll' werdes di schon sage, was du werth bist! Na, mit unsern liebasten Herrgott so z'reden!? dos hod die Welt no nit gseahn!“

[RB 1.138.12] Wir wußten, daß wir schwach sind, und es allein mit unsern Gegnern nicht aufnehmen können; wir täuschten aber unsern Feind mit einer blinden nur in den Journalen existirenden großen Macht, und harreten dabei auf eine Hülfe von außen her. Aber diese kam nicht, und wir mußten uns gefallen lassen, daß zufolge unserer illusiven Großthuerei unser Gegner in der Meinung, er habe es wirklich mit einer Halbmillion von den tapfersten magyarschen Kriegern zu thun, die Hülfe Rußlands ansuchte, und auch bekam; und wir waren dann genöthiget, uns wie ein berauschter Esel im volksbelustigenden Zwinger im Angesichte eines freigelassenen Tigers zu gebärden, um doch noch einige Zeit den Völkern Europas zu zeigen, als ob wir Gott weiß was für verborgene unüberwindliche Kräfte besessen hätten. Am Ende aber mußte es denn doch offenbar werden, wie wir bestellet waren, und das Facit war, daß wir unserem Volke durch unsere Hitze nicht nur nichts genützet haben, sondern uns blos nur gestellet zwischen die Szilla und Charybdis, und unsere goldene Hoffnungen gemacht zu leeren Träumen.

[RB 1.139.2] Der Graf ganz entsetzlich überrascht über den ganz sonderbaren Ernst des Franzsk., und noch voll Aergers über das Gebet des Redners aus der Mitte, geräth in ein förmliches Fieber, und spricht nun ganz sanft und gelassen: „Nun, nun, mir ist, ist, ist, ja so, ja, ja, mir ist schon alles recht; aber nur um das bitte ich euch, daß ihr mich nicht wie einen Raubmörder umbringet. Fallet mich nur nicht gar so maliziös an, ich will ja alles thun!“ – Spricht der Frzsk.: „Nun gut denn, aber vor dem ewigen Richter, wie wird es Euch da ergehen, und wie uns als Ihren Helfershelfern?“ -

[RB 1.149.11] Spricht endlich doch ganz unwillig der Franzsk.: „Ich könnte dir wohl so manches sagen, aber vor einem Ketzer ist es besser, so man schweigt.“ – Spricht Miklosch: „Das glaube ich auch, besonders so man mit gar keinen Beweisen aufkommen kann. Sage mir aber doch wenigstens das, wann Christus die gottlose (fluchvolle) Uebertrittsformel von einer christlich-ketzerischen Religionssekte in die römische angeordnet? Wann den Ablaß? wann das Rosenkranzfest, wann das Partiunkolafest und das Fronleichnamsfest? Bei welcher Gelegenheit hat Er denn die heilige (!!) römische und spanische Inquisition eingesetzt, und wann und warum eingeführt alle die Ordensgeistlichkeit? Rede, und gieb mir Antwort! Sieh', du bist schon wieder stumm wie eine Grabmauer! – – Warum? das weiß ich! – also etwas Leichteres:

[RB 2.151.6] Der Frzsk. sieht hier sehr emsig von ferne noch durch die große Pforte, und sagt nach einer Weile: „Herr, das ist ganz verzweifelt sonderbar! ich kann schauen wie ich nur immer will, und erschaue nichts, als einen nach meinem Dafürhalten nahe endlosen Friedhof mit einer Unzahl von Grabmälern. Wahrlich, ein sehr sonderbares Museum das; und je näher wir der Pforte kommen, desto klarer stellt sich ein unendlicher Friedhof meinen Blicken dar. Ich sehe nun auch schon eine Menge unserer vorangeeilten Gesellschaftsglieder sich um die Denkmäler, die über den Gräbern aufgerichtet sind, herumtummeln; aber von irgend einem freudigen Erstaunen vernehmen meine Ohren nichts, wohl aber hie und da Ausrufe wie von großem Entsetzen. Herr, in diesem Museum werden wir sicherlich ganz verzweifelt wenig Amüsantes finden.“

[RB 2.151.9] Der Frzsk. tritt einem solchen Grabmale näher, und bemerkt sobald eine erhabene Schrift auf einer schwarzen ovalen großen Platte; er bemüht sich, diese Schrift zu lesen, bringt aber dennoch keinen Sinn heraus, weil da einige ihm ganz unbekannte Buchstaben vorkommen. Ganz demuthsvoll wendet er sich dabei an Mich, und bittet Mich, daß Ich ihm dieses Grabmales Schrift lesen und erläutern möchte.

[RB 2.151.10] Ich aber sage zu ihm: „Mein Freund, so wir in diesem Museum eines jeden Grabmales Denkschrift lesen, und sie aus dem Gelesenen entziffern wollten, da hätten wir die ganze Ewigkeit vollauf blos allein damit zu thun, und es wäre dieß gerade solch eine Arbeit, als so du berechnen wolltest, wie viele Samenkörner für eine künftige Fortpflanzung, die ins vollkommen Unendliche geht, schon in einem Samenkorn sich befinden. Siehe, um solche unendliche Dinge zu begreifen, muß man nie beim Einzelnen anfangen, auch nicht bei dem Gegenstande, den man ergründen möchte, sondern allemale ganz einfach bei sich selbst; verstehst du dein eigen Wesen, so wirst du auch alles andere verstehen und ergründen können; aber so lange du dir selbsten nicht zur vollsten Klarheit geworden bist, da kann auch alles andere in dir zu keiner Klarheit werden. Wenn das Auge blind ist, woher solle der Mensch dann ein Licht bekommen und wissen, worauf er steht, und was ihn umgiebt; ist aber das Auge hell, dann ist auch alles hell im Menschen, und um den Menschen herum; und gerade so ist es auch hier mit dem Geistmenschen.

[RB 2.153.8] Dort hinter dem Grabmale wirst du eine Oeffnung entdecken. Gehe hin, und sehe hinein und sage Mir, was du siehst. Dann erst wollen wir weiter diese Sache miteinander erörtern!“

[RB 2.154.8] Spricht einmal der Graf: „Herr, Du bester Vater, da gleich daneben stehet ein ganz vergoldet Grabmal, und zwar, so ich recht lese, mit der sehr mystischen Inschrift:

[RB 2.154.11] Sage Ich: „Mein lieber Ludwig, dieses Vergnügen kann Ich dir sehr leicht gewähren; gehe hin an die Rückseite dieses Grabmales, allwo du sogleich eine schlecht runde Oeffnung finden wirst, dort sehe hinein, und du wirst sogleich im Klaren sein!“ – Der Bath. Ludwig tritt sogleich hinter das Grabmal, und entdeckt auch sogleich die vorbesagte Oeffnung; bei dieser Oeffnung beugt er sich nieder, und richtet seine Blicke fest durch diese in das Innere des Grabes. Nach einer kurzen Weile spricht er ganz erstaunt über den Inhalt: „O, das ist im höchsten Grade grauslich frappant! Ein äußerst schmutziger Affe, größter Art, ganz mit zerzausten Pfauenfedern behangen, spazieret in einem Saale auf und ab, legt öfter einen Finger auf die Nase und bald wieder auf die sehr niedere Stirne, dieselbe ein wenig filosofisch reibend; und dort auf einem Ruhbette kauern etwa sieben oder acht etwas kleinere, höchst wahrscheinlich weibliche Affen, und wispeln sich gegenseitig etwas ins Ohr. Nun aber spricht er mit einer sehr kreischenden Stimme (der Museums-Affe): „Ja, ja, Russen und Türken taugen nicht für einander, der Bem, der berühmte General, hat sie schon beim Schopf, und hintendrein kommen die Engländer und d' Franzosen, und werden dem Russen zeigen, wie weit's von Europa nach Sibirien ist! hahaha, das hab' ich immer g'wunschen, und itzt g'schicht's! und 's liebe Oestreich wird zu einem schleißigen Abwischfetzen, und wird am Ende tanzen müssen, wie's die andern werd'n haben woll'n, hahaha, no, no, das geht itzt halt grad so, als wie ich's mir g'wunsch'n hab'! O ihr armen Deutschen, ihr dummen Slaven, ihr wälschen Esel, und ihr ungarischen Ochsen! G'schieht euch ganz recht, daß ihr alle miteinander englisch, französisch und türkisch werd't; denn ihr habt's ja so g'handelt, und habt es so hab'n woll'n; itzt wird's euch hernach leichter sein! O ihr Hauptviecher! im Parlament habt's nicht einig werden können! Aber am Galgen der allgemeinen Armuth und Verzweiflung, und als amerikanische Plantaschsklaven werd't ihr euch dann vereinen können! Habt's a fette milchreiche Kuh gehabt, und habt sie statt an den Euterzitzen beim Schweif gemölket, wo's ka Milch hat gebn können, da nun g'schiehts euch recht, ihr wälschen, deutschen, ung'rischen und slavischen Rindviecher! hahaha! Mi geht's zwar nix mehr an, denn ich bin versorgt; aber a Freud' hab' ich ganz unsinnig, daß es itzt so kimmt, wie i's mir auf der Welt oft gedacht hab'!“

[RB 2.155.14] Sieh' an diese Gräber! siehe, sie alle bergen dein ganz vollkommen eigenes Fleisch, gesondert nach seinen Millionen von gerichteten Theilen, aus denen es zusammengefüget war. Die Wesen, die du unter den Grabmälern entdecket hast, sind im Grunde nur Erscheinlichkeit der verschiedenen Wünsche, Begierden und Leidenschaften, die du in deinem Fleische als gerichtete Theile deines ganzen Naturwesens beherbergtest. Diese müssen nun geläutert werden durch allerlei Mittel, um sodann deiner Seele zu einem wahrhaften festen lebendigen Kleide zu werden.

[RB 2.161.1] Als der Robert schnell von übergroßer Liebe bemeistert zu Mir kommt, und eine beinahe Davidisch ausgelassene Freude darüber hat, daß seine Helena vor Mir so viel Gnade gefunden hat, da verschwinden auf einmal alle die Grabmäler, und an ihrer Statt steigen mächtige Lichter empor, gleich aufgehenden Sonnen; und diese erheben sich in einer allerlieblichsten Ordnung, aufwärts und aufwärts schwebend, bis sie wie am hohen Himmelsgewölbe als starkleuchtende Sterne allererster Größe in den herrlichsten Gruppen Ruhe nehmen.

[RB 2.204.15] Sagt der Humorist: „Nun, nun, werde nur nicht so massiv wie deine Berge in deinem Landl! schau lieber dorthin, wo unser Paulus dort nun gar so freundlich mit einem lieben schlichten Manne sich bespricht, und wie ihm Jener die Hand drückt, aus lauter, wie dankbarer Freude! – Und dann schau dort weiter rechts hin – ein Mädchen, wie's keine zweite mehr wo giebt! – No du, dös wär a so a rechte tausend element Lisl! du, dös wär ein anders Früchtl als deine fünfzähnluckete Nazi beim gschecketen Hirschen! du! da gehen wir ein wenig näher hin! Meiner Seel, die wär' mir schon lieber als wie die österreichische Staatsschuld! was meinst du blatterstepziger Tiroler?“ – Sagt der Tiroler: „Du bischt di hold noch immer a tamasches Luder von an Menschn. Siagscht denn not, doß af solchen Bahnern für ünsch kane Feige woxn! Bleibmer, wo wir san, do isch viel gschieder für ünsch.“

[RB 2.241.18] Der Offizier wendet sich nun ein wenig ab von dem Weibe, und sagt staunend zu sich selbst: „Wäre es denn möglich?! Dieß gar armselig aussehende Weibsbild solle jene einst auf der Welt so herrliche Mathilde sein?! Die beinahe himmlische Tochter eines bornirtesten reichen Erzaristokraten, ein so gutes und edles, geistvolles Kind, wie es in Wien sicher kein zweites gegeben hat? Und hier in einem so miserablen Zustande!? – O Gott, du bester Vater aller Menschen und Engel! Was hat denn dieser Engel verbrochen, daß er hier gar so armseligst ankommen mußte?! Die Stimme und das Benehmen sind noch so ziemlich erkenntlich; aber die Gestalt! Was wären da die sieben mageren Kühe vom Traume Pharaos gegen diese entsetzliche Magerkeit? O das wären gemästete Ochsen dagegen! O du arme Mathilde! der HErr möge dir gnädig und barmherzig sein! Wahrscheinlich wird ihre für sie sicher allerungünstigste Ehe sie dahin gebracht haben. Aerger, Unmuth über nichtigste aristokratische Dummheiten, die unheilbar sind, eine unsanfte Behandlung, Untreue und Rohheit von Seite ihres Gemahles mögen zu solch einer Abmagerung ihrer sonst so schönen Seele wohl das meiste beigetragen haben. Nun, bei Gott sind ja alle Dinge möglich. Sie gehört ja nun auch zu den vom HErrn Berufenen; Er wird sie schon wieder zurechte bringen.

[RB 2.256.4] Sage Ich: „(Früher) zu deinen Zeiten waren die Menschen zwar wohl sehr dumm; aber sie waren gläubiger wie jetzt. Sie faßten zwar Alles grobmateriell auf, und wußten vom Geistigen so zu sagen nichts. Die röthliche Kuh Aarons und Eleasars, und was mit ihr zu geschehen hatte, nahmen sie wörtlich, und es hat in den katholischen Bethäusern noch heut zu Tage sehr vieles mit dem jüdischen Sprengwasser gemein; nur wird keine Asche einer keuschen und unbejochten röthlichen Kuh mit Ysop hineingemengt. Aber um was nun die Menschen weiser geworden sind, um das sind sie auch ungläubiger. Mir aber ist der Glaube, und wäre er noch so blind, dennoch lieber, als ein sogenannter Weltgelehrter; denn im Glauben ist der irdische Mensch frei, und hat seine Seele nicht in irgend etwas gerichtet; aber in der Wissenschaft liegt schon ein Gericht.

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