Help

jakob-lorber.cc

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Treffer 20 - 40 von 436

[ZS 9.25] Diese aber sind dann gewöhnlich um ein Haar klüger, als die früheren; sie verweilen bei dieser Untersuchung gewöhnlich 1, 2 bis 3 Jahre, und sinnen während dieser Zeit auf eine kluge Finte, um ihren Monarchen zu übertölpeln, und wenn sie da zurückkehren, bringen sie gewöhnlich mehrere bestochene Zeugen mit, welche dann aussagen, daß nach diesem schauerlichen Ereignisse der Blitz noch dreimal in die Stelle einschlug, und daß darauf alle Anwesenden den großen Gott in der Sonne gepriesen haben, daß er ein so großes Zeichen zur Verherrlichung des großen Fürsten vor dessen Volke gethan hat.

[ZS 12.5] Nun, was saget ihr zu dem Bilde? Nicht wahr, ihr erblicket auf dieser Tafel nichts mehr und nichts weniger, als die deutliche Figur eines Menschen, dessen Lenden nur kaum von einigen Lumpen bedecket sind, und dessen Haare zottigen Aussehens ihm bis über den halben Leib von Kopfe herab hängen.

[SA 1.4] Diese Entfernungen müßt ihr aber nicht von eurer Erde aus betrachten, sondern nur von der Sonne; denn es kann die Entfernung der Erde gegen diesen Planeten sehr verschieden sein, und so zwar, daß sich diese zwei Weltkörper oft bis auf eine Million geogr. Meilen mehr nähern, und ebenso auch wieder entfernen können; denn wenn es sich trifft, daß beide Planeten von der Sonne aus auf einer und derselben Seite zu stehen kommen, und zwar Beide in der Sonnennähe, alsdann sind sie sich bei weitem näher, als in gewisser Opposition, wo es geschehen kann, daß der Saturnus in seiner größten Sonnenferne sich befindet, und die Erde aber entgegengesetzt in der Sonnennähe, wo dann der Unterschied nicht nur eine Million, sondern oft 2 bis 3 Millionen Meilen ausmacht. Die unbestimmt ausgedrückte Zahl der Entfernung ist hier darum gegeben, weil kein Planet immer auf ein Haar in derselben Entfernung von der Sonne kreiset, sondern in einem Jahre sich oft mehr entfernet, in einem anderen Jahre sich dafür der Sonne wieder mehr nähert, von welcher größeren oder geringeren Annäherung dann auch die Temperaturverschiedenheit abhängt; und ihr könnet sicher annehmen, daß unter 77 Umläufen in der Entfernung sich nicht 2 vollends gleichen.

[SA 3.15] Nachdem wäre zu bemerken der weiße Haarbaum, alldort Kiup genannt. Dieser Baum hat ebenfalls einen geraden Stamm, welcher nicht selten eine Höhe von dreißig Klaftern erreicht, und eine verhältnißmäßig vollkommen runde Dicke. Er hat keine Zweige, sondern der Gipfel dieses Baumes treibt eine Art silberweißer Fäden also von sich, daß diese ihrer Reichhaltigkeit wegen einen großen Bündel bilden. Das Haar oder die Faden hängen oft bis zur Hälfte des Stammes herab und umgeben den Stamm oft in einer Dicke von mehreren Klaftern. Wenn da irgend ein Wind geht, so machen diese Bäume, wie auch im ruhigen Zustande, eine wunderschöne Figur, und ein Wald von solchen Bäumen sieht dann aus, als wenn die Bäume ganz mit Schnee überdeckt wären. Die herabfallenden Haare werden von den Menschen sorgfältig gesammelt, und daraus eine Art Leinwand verfertigt, welche sehr elastisch, weich und haltbar ist. Das ist ungefähr die ganze Nutzanwendung, welche die dortigen Menschen von diesem Baume machen.

[SA 3.17] Noch ist zu bemerken der sogenannte Strahlenbaum, Bruda genannt. Dieser Baum ist von ganz gelber Farbe, hat einen geraden Stamm, der nur links und rechts Zweige und Aeste in stets geraden Linien von sich treibt. Die unteren Theile der Aeste treiben auch ein kurzes weißes Haar; die oberen Theile aber sind blank. Laub hat dieser Baum durchaus keines; sondern die äußersten Spitzen der Aeste haben eine Art Sterne, welche graulich aussehen, und so ziemlich regelmäßig in sechs Spitzen auslaufen. Jede Spitze hat eine kleine Blume, nicht unähnlich der Glockenblume auf eurer Erde, auf welche Blume dann eine röthliche Frucht folgt, nicht unähnlich derjenigen bei euch, die ihr unter dem Namen Höthschepötsch kennet.

[SA 7.8] Eine Gattung dieser dortigen Gebirgskräuter muß Ich euch etwas näher erwähnen. Dieses Kraut wird alldort Hellatharianga genannt, welches so viel heißt, als die tausendblätterige Goldstaude. Dieses Kraut wächst dort unmittelbar auf blanken Felsen, und hat der Stiel nicht selten eine Höhe von 3 bis 4 Klaftern, an welchem Stiele im Durchschnitte gewöhnlich in einem schneckenartigen Gewinde um die Staude 1000 hellrothe Blätter hinausstehen, deren Gestalt eine länglich eiförmige ist, und sind nicht selten 5 bis 6 Schuhlang und 2, manchmal auch 3 Schuh breit. An den Kanten der Blätter laufen spannenlange Spitzen hinaus, und so zwar, daß vom Blattstiele bis zu dessen Ende regelmäßig hundert zu stehen kommen, und somit an beiden Seiten des Blattes zweihundert. Diese Spitzen sind von ganz dunkelblauer Farbe, und das Stachelende immer lichter; und jene Spitze, welche am Ende der Mittelzeile am längsten auslaufet, hat vorne einen Stachelbündel, der ebenso roth ist, als das Blatt selbst; die obere Seite des Blattes sieht also aus, als bei euch ein rothglühendes Eisen, oder auch eine etwas angeblasene Kohle, und giebt auch wirklich einen solchen Feuerglanz von sich. Die untere Seite des Blattes ist aber dazu behängt mit halbspannenlangen Haaren, welche vom Blatte aus alle Farben des Regenbogens durchgehen, so daß man dadurch unter einem jeden Blatte einen schimmernden Regenbogen in einiger Entfernung schon entdeckt, dessen Pracht natürlicher Weise bei der Annäherung zunehmen muß, weil der Farbenglanz immer concentrirter auf das Auge fällt. Der Stiel oder Stamm der Pflanze sieht vollkommen aus, wie matt polirtes Gold, und erhebt sich über die Sphäre der Blätter oft noch eine halbe Klafter hoch, an welchem dann mehrere schon ausgeblühte Blumen und noch immerwährend nachwachsende und nachtreibende Knospen hervortreten.

[SA 7.12] Diese Blume oder vielmehr Heilpflanze blühet und wächst zu allen Zeiten gleich fort, so daß daran nie ein Mangel ist; während hie und da eine und die andere von den Bewohnern weggenommen wird, wächst an ihrer Stelle alsobald wieder eine junge nach. In voller Blüthe verbreitet sie um sich herum einen solchen Wohlgeruch, daß ihr euch davon auch nicht die allerleiseste Vorstellung machen könnet, da es auf eurer Erde nichts ähnlich Wohlriechendes gibt, und ist eure Rose ein baarer Modergestank dagegen.

[SA 7.14] Von den Bewohnern dieses Planeten wird diese Pflanze auf das Sorgfältigste bewachet, und weniger gesammelt; denn sie finden ihre Stärkung hauptsächlich in der Luft, welche solche Pflanzen umgiebt; nur wenn hie und da eine solche Pflanze schon sehr alt geworden und dem Aussterben nahe ist, was sie daran erkennen, wenn die Haare der Blätter anfangen weißlicht zu werden, da geschieht es, daß sie dann den Samen über den Felsen ausstreuen. Der Same dieser Blume ist sehr klein, und gleichet überaus wohlduftendem Staube als irgend einem Samen, welcher Staub dann von den Poren des Felsens eingesogen wird, daraus dann hie und da wieder eine solche Pflanze zum Vorschein kommt.

[SA 7.15] Nur eines ist noch hier zu berühren, und das ist, wie eine solche Pflanze auf blankem Steine wurzelt. Dieses geschieht also: Über den Felsen breitet die Pflanze ihre Wurzeln weit und breit aus, nicht unähnlich eurer sogenannten Steinflechte; von diesen größeren weit auslaufenden Steinwurzeln bohren sich allenthalben eine zahllose Menge feinster Haarwurzeln in die Steinporen hinein, und halten den Stamm dieser Pflanze so fest an den blanken Stein angeklebt, daß da keines Menschen Kraft im Stande wäre, einen solchen Stamm vom Felsen zu reißen. Es fragt sich nun, was saugen wohl diese Wurzeln aus dem trocknen harten Steine? Dieses geschieht durch die innenwohnende Kraft, welche ist ein eigenes Schmelzfeuer, und sich kund gibt in kleinen dem freien Auge unsichtbaren electrischen Fünkchen, welche gerade so viel Kraft haben, um die anliegenden Atome des Steines in ätherisches Öl aufzulösen, welches dann alsogleich von den Wurzeln aufgesaugt, und geläuterter und geläuteter geführt wird dann in den Stengel, in die Blätter und Blüthe, und endlich in den ätherischen Samen.

[SA 8.9] Was kommt denn da wohl für eine Frucht zum Vorscheine? - Ich sage euch, die merkwürdigste von der Welt. Denn so albern es euch auch immer dünken möchte, so ist es aber dessenungeachtet doch also, daß die Pflanze am Ende ein förmliches Schiff zum Vorschein bringt; doch nicht also müßt ihr es denken, wie etwa eure Schiffe, welche untergehen können mit Mann und Waare, was bei diesen gewachsenen Schiffen eine ganz reine Unmöglichkeit ist, und ihr bald ersehen werdet, so euch die Beschaffenheit der Frucht näher dargethan wird. Also ersichtlich kommt die Frucht zum Vorscheine: Nach dem Abfalle der Blüthe, welche also, wie bei euren Kürbissen eigentlich schon über der ersichtlichen Frucht zu stehen kommt, fängt sich an die Frucht sehr schnell und großartig zu entwickeln, und zwar also, als wenn ihr ein großes Ei euch aus feinerem Bleche machen ließet, und es dann von obenher eindrücket, nicht aber etwa einen Pol in den andern, sondern einen Gürtel in den andern; jedoch also, daß die eingedrückte Wand die untere nicht berührt, sondern zwischen beiden noch ein verhältnißmäßig leerer Raum bleibt.

[SA 10.8] Ihr werdet euch fragen: Wozu denn den Saturnusbewohnern die Schifffahrt, so sie ohnehin auf der Oberfläche des Wassers einhergehen können? Da ist eine lösende Antwort nicht schwer, indem sie wohl auf der Oberfläche des Wassers unbelastet gehen können, aber so sie nur etwas belastet sind, so sinken sie alsobald unter, da das Tragverhältniß des Wassers zum Menschen gewisserart auf ein Haar berechnet ist; und ferner, so sie auch auf dem Wasser wandeln können, so ist solches Wandeln nur ein sehr langsames, und gewisserart auch behutsames, und ist alldort mit bedeutender Übung verbunden, vielmehr noch als bei euch das Schleifen auf dem Eise; wo hingegen sie auf ihren vereinigten Schiffen ungemein schnell über die Oberfläche des Wassers gleiten, und zwar also, daß sie in einer eurer Stunden gar leicht einen Weg von 30 bis 56 Meilen zurücklegen; und doch haben sie nirgends einen Dampfkessel und auch keine Schaufel und auch kein Schaufelrad zur Hand, sondern die bewegende Kraft allein liegt in ihrem festen Willen und unerschütterlichen Glauben, aus welcher Ursache sie denn auch die Ränder ihrer Schiffe mit den schon bekannten Pflanzenspitzen belegen, welche dann durch ihren Willen gewisserart magnetisirt werden, und dem zu Folge auch in jener Richtung das Fahrzeug hinziehen, wo der Wille der Schifffahrer den entgegengesetzten Willenspol gesetzet hat.

[SA 11.1] Wenn ihr euch so einen Strom recht wohl vorstellen wollet, da denket euch eine unabsehbare ruhige Wasseroberfläche, welche sich nach einer geraden Linie unermeßlich für euer Auge weit bis zum Meere ausdehnt. Denket euch dazu einen solchen Fluß noch in einer weitgedehnten Ebene fortfließen, welche nur hie und da von regelmäßigen euch schon bekannten Gebirgsgruppen unterbrochen wird. Denket euch dazu noch die größte üppigste Fruchtbarkeit dieser Ufergegenden; denket euch ganze Alleen zwischen den Bergen von den sogenannten Pyramidenbäumen; denket euch noch all’ die schönen Gärten mit den euch schon bekannten Spiegelbaumalleen, wie auch ganze unabsehbare Wälder längs den Ufern solcher Ströme von dem Trichterbaume, und allen andern üppigsten Baum-, Gesträuch-, Pflanzen- und Grasarten; ja denket euch noch die überaus merkwürdige Thierbevölkerung solcher Ströme, und all’ die großen überaus mannigfaltigen herrlichen Wasservögel, welche da oft schaarenweise über der weiten Oberfläche solcher Ströme nach allen Richtungen herumfliegen, und allesammt dem Willen des Menschen unterthan sind; und denket euch in eurer Phantasie auch hinzu, daß sich bei den Familien, besonders die an den Ufern wohnen, nicht selten himmlische Gestalten einfinden, d. h. Engel des Himmels und mitunter, wie gesagt, auch Ich Selbst.

[SA 12.6] Zur Verschönerung der Ufer wird Nr. 1 natürlicher Weise von den Bewohnern die bekannte Schiffpflanze sehr häufig angebaut. Hinter den großen Aeckern, allda die Schiffspflanzen wachsen und gedeihen, aber werden vorzugsweise gerne die sogenannten Wandbäume angebaut und gezügelt, die da nicht selten zu einer bedeutenden Höhe über die schon bereits angegebene emporwachsen; denn an einigen Ufergegenden wird die goldene Wand solcher Bäume oft 500 Klaftern hoch. Dieses bewirken die Einwohner alldort durch eine gewisserartige Kunst, die eben alldort auch in einer Art Pfropfung besteht, daß sie dann, wenn die Wandbäumchen ungefähr ein Paar Klaftern aus der Erde gewachsen sind, dieselben abschneiden, und die gemachten Spalten-Reiser von eben den Wandbäumchen hineinpfropfen, und mit Erde verschmieren, wodurch dann bei fortgesetztem Wachstume der Stamm dieses Baumes schon um die Hälfte verlängert wird; und Solches treiben sie oft so lange, als nur möglich ist, fort, und bringen dann zur Verherrlichung einer Ufergegend einen solchen Baumstamm zu der erstaunlichen vorher besprochenen, seine gewöhnliche Natur beiweiten überragenden Höhe. Hinter solchen Wänden wird vorzugsweise auch der sogenannte säulenartige Allerlei-Baum gepflanzt, den ihr schon kennet, welcher vermöge seiner außerordentlichen Mannigfaltigkeit nicht wenig zur Verherrlichung der sich immer mehr erhöhenden Ufergegenden beiträgt.

[SA 14.8] Die nächste Gattung Schnecken ist die sogenannte Pyramidenschnecke; ihre Farbe ist ganz einförmig grasgoldgrün, und der Bauchgürtel ist mit verhältnißmäßig großen schneeweißen eiförmigen Flächen geziert, deren Rand also verbrämt ist, als so ihr eine solche alabasterne Tafel möchtet in eine verhältnißmäßige blank polirte goldene Rahme fassen. Die Schnecke ist sehr groß, und wenn ihr sie auf der breiten Seite hier auf der Erde irgendwo aufstellen möchtet, so dürfte sie mit ihrer Höhe wohl um ein Bedeutendes euren Stadtsschloßberg beschämen. Dieses in diesem Hause inwohnende Thier sieht der Farbe nach ganz dunkelgrau aus, und hat gleich einem ungeheuer großen Elephanten einen weit um sich greifenden überaus starken Rüssel, zu dessen beiden Seiten zwei andere schwächere Rüssel hinausgeschoben werden, auf deren äußersten Enden ein scharfsehendes Auge sitzt; zu unterst hänget im Falle einer Bereisung der Meeresfläche diese Schnecke auch ein Paar weißlichte und starke Ruder hinaus, vermöge welcher sie dann auf der Oberfläche des Meeres eine ziemlich schnelle Bewegung zu machen im Stande ist. Wenn sie also auf dem Meere fährt, hat sie ihr Haus nach oben gekehrt, daß da eine solche fahrende Schnecke in einiger Entfernung sich ausnimmt, wie eine auf der Oberfläche des Meeres schwimmende Pyramide.

[SA 18.7] Junge Mädchen sind dort zumeist am geschicktesten, dieses Thier zu fangen, und zwar aus dem Grunde, weil sie sich leichter in der freien Luft erhalten können, als das männliche Geschlecht. Zu dem Behufe bedienen sich solche Mädchen nicht selten eines künstlichen Flügelpaares, und fliegen unserem Schmetterlinge oft mit großer Hast nach. Wenn sie ihn denn in der Luft fangen, so gilt das für ein förmliches Jubelfest unter ihnen; denn Alles von diesem Schmetterlinge wird zur Ausschmückung der Kinder dort verwendet, und fast in keinem Planeten, wie in diesem, hält das weibliche Geschlecht, besonders in den jungen Jahren, so viel auf ein zierliches Gewand. Damit ihr aber sehet, warum dieser Schmetterling einen so großen Anwerth hat, so wird es wohl nöthig sein, seine Pracht auch ein wenig zu zeigen. Es wird aber zugleich auch ziemlich schwer halten, euch von der nahe übersinnlichen Schönheit dieses Thieres einen gültigen Begriff zu machen. Seine Flügel sind vollkommen viereckig, und haben nur beiderseits an den Enden der Flügel gegen den Kopf zugewendet eine auslaufende Spitze, die ungefähr anderthalb Klafter lang ist und eine ziemliche Aehnlichkeit hat mit einem sehr breiten Schwerte. Was haben denn die Flügel für eine Farbe, und wie sind sie gezeichnet?

[SA 18.11] Es giebt hier auch eine Vogelgattung, dessen Federn diesen Schmetterlingsfedern ähnlich sind, und werden nicht selten von so manchen Saturnusspekulanten als echte Waare zum Verkaufe ausgeboten; allein da giebt es denn ganz wohlconditionirte Schmuckfedernkenner, welche da die echten von den falschen ungefähr also unterscheiden, wie bei euch die Juweliere falsche Edelsteine von den echten. Wehe aber dort einem solchen Schmuggler, wenn er in die Hände solcher mit falschen Federn betrogener Weiber geräth; denn da wird er mit eben diesen falschen Federn, welche sie zuvor an den sehr dichten Kielen abspitzen, also kreuz und quer zerkratzt, daß ihm für die Zukunft für’s Erste alle Lust vergeht, mit falscher Waare irgend Jemand wieder zu hintergehen, und für’s Zweite kauft einem also zugerichteten Handelsmanne auch Niemand mehr etwas ab.

[SA 19.1] Bevor wir noch zu den eigentlichen Vögeln übergehen, wollen wir noch diejenige Gattung geflügelter Thiere ein wenig zu Gesichte nehmen, welche auf der Erde in das Bereich der sogenannten Flattermäuse und noch anderer dergleichen mit ähnlichen Spannflügeln versehenen Thiere gehören. Giebt es auch in unserem Planeten solche Thiere? Allerdings, und dazu bei weitem mehrere, denn auf eurem Erdkörper. Es giebt zwar im eigentlichen Sinne durchaus keine Fledermäuse; aber es giebt dafür andere Thiere in großer Menge, welche mit ähnlichen Spannflügeln versehen sind. Wenn wir jedes dieser Thiere sonderheitlich betrachten wollten, so würdet ihr dazu mehr denn 10.000 Bogen Papier gebrauchen, um nur ihre Namen aufzuzeichnen. Dieses wäre doch sicher etwas Unnützes; daher wollen wir von dieser Gattung der Thiere dieses Planeten ebenfalls nur ein Paar herausheben, über die anderen aber dann nur einen allgemeinen Blick werfen.

[SA 21.13] der untere Kopf ist ziemlich rund, und hat der Länge nach von unten nach oben einen Durchmesser von nahe 2 Fuß eures Maßes, der Breite nach aber anderthalb Fuß. Dieser Kopf hat ein förmliches weibliches Menschengesicht, nahe also, wie bei euch auf der Erde die etwas seltenen sogenannten Meeresjungfern, und ist mit den reichsten, ins dunkelblaue übergehenden langen Haaren versehen; über welchen Haaren sich dann noch ein drei Ellen langer Hals mit einem euren Schwänen nicht unähnlichen Kopfe befindet, welcher Kopf diesem Vogel dieselben Dienste thut, als wie der Rüssel einem Elephanten.

[SA 22.11] Es giebt aber neben diesem Vogel noch mehrere Gattungen anderer Hausvögel, welche jedoch weniger nützlich sind, denn dieser; denn von diesem uns schon bekannten wird Alles gar und nützlich verwendet, und wird auch sein Fleisch gegessen, und aus seinen Federn werden, so wie bei euch, nicht selten weiche Lager bereitet, wogegen von den anderen Hausvögeln sehr wenig gebraucht wird; daher sie auch mehr der Unterhaltung und der Zierde wegen gehalten werden. Mancher wohlhabende Saturnusbewohner hat nicht selten alle möglichen Gattungen solcher zahmer Vögel bei seiner Haushaltung; mancher beschränkt sich aber nur allein auf die Haushühner. Aus den übrigen zahmen Vögeln wollen wir aber nur noch ein Paar flüchtig betrachten.

[SA 25.6] Denket euch dann schließlich noch hinzu, daß hinter den Hörnern zu beiden Seiten des Halses zwei bis drei Klaftern lange mehr dunkelblaue Mähnen hinabfallen, so habt ihr die ganze Gestalt dieses Thieres. Der Schweif desselben aber hat ein wenig längeres und dunkleres Haar.

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Desktop Impressum