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[BM 54.14] Nachdem er ungefähr ein paar Stunden lange, nach der Rechnung seines Gefühls da hinaus schauet, fängt er nun wieder mit sich folgendes Gespräch an, sagend:

[BM 57.5] Spricht Einer aus der großen Gesellschaft: „Freund! du wirst etwa doch nicht den Juden Jesus meinen, der da an den Schandpfahl geheftet wurde, mit noch ein paar Raubmördern?“

[BM 57.13] Tritt ein Anderer vor und spricht: „Hast wohl recht im Grunde; denn verzeihen ist schöner als sich rächen wollen; aber ich werde dennoch mit dem vollen Verzeihen etwas innehalten; denn du weißt es, wie ich 1000 Jahre nach meinem und eurem Gefühle zwischen zwei glühenden Felsen eingeklemmt war, und habe gebetet und geflucht mehr als es da gibt des Sandes im Meere! und hättet ihr durch eure äußerste Anstrengung mich nicht gerettet, so befände ich mich jetzt noch in dieser unerhört schmerzlichen Felsenpresse; denn ein allmächtiger Herr Jesus hätte diese Höllentortur nicht um ein Haar gemildert.

[BM 60.4] Sehet, ich war gar ein Bischof auf der Welt, und glaubte auch, so ich aus der Welt gehen werde, daß mir da gleich ganze himmlische Schaaren entgegen ziehen werden. Aber dem war ganz anders. Ich selbst habe noch bis jetzt den eigentlichen Himmel nicht gesehen, obschon ich mit dem Herrn schon sehr oft geredet habe, und dies Haus auch unmittelbar aus Seiner allerheiligsten Hand empfing; wie wollet demnach ihr schon mit aller Glorie gekrönet sein? Daher nur Geduld, Sanftmuth und Liebe, und einen heitern Muth angezogen, alles andere wird sich dann schon von selbst geben.“

[BM 68.17] Jeder muß der Demuth engste Pforte passiren, und muß dem Herrn Alles anheim stellen; nichts als die alleinige Liebe, mit der tiefsten Demuth gepaart, darf uns bleiben; – uns darf nichts beleidigen; wir dürfen nie denken und sagen: Dies und jenes gebühre uns irgend mit Recht! Denn wir Alle haben nur Ein Recht, nehmlich das Recht der Liebe und der Demuth; alles andere ist ganz allein des Herrn!

[BM 68.32] Spricht B. Martin: „Bruder, du hast hier wirklich rein aus dem Herrn geredet, und wahr ist alles auf ein Haar; aber mich hat es auch ganz sonderlich gehabt! Denn ich selbst habe noch sehr viele Punkte darinnen gefunden, die mich sehr nahe angehen!“

[BM 69.2] Spricht Borem: „Freund und Bruder! lasse du solches Fragen gut sein; denn siehe, bei Gott sind gar viele Dinge möglich, die dir jetzt noch als völlig unmöglich vorkommen! Diese Alle werden hier in diesem Hause verbleiben, und werden sichtlich keinen Fuß vor die Schwelle setzen, und doch werden sie bei sich selbst in verschiedenste Gegenden versetzt werden, die mit ihrem Innern auf ein Haar korrespondiren werden; und so wir in ihre Sphäre treten werden, so werden wir ganz von ihnen gesehen werden, und sie werden mit uns gar wohl reden können; werden wir uns aber außer ihrer Sphäre befinden, so werden sie uns nicht sehen; wir aber werden sie dennoch wie jetzt vor uns haben, und werden aus ihren Hinterhäuptern genaust erkennen, was sie thun, und wie sie des Herrn Wege beobachten und wandeln.

[BM 69.7] Beide bewegen sich nun hinter die Reihe der Jesuiten, und besichtigen deren Hinterhaupt; was erschauen sie aber hier? Bei 30 dieser Mönche balgen sich um eine ganze Legion ganz nackter Dirnen, und können sich nicht sattsam befleischlustigen; die stärkeren ziehen die üppigsten an sich, und lassen den Schwächeren die weniger üppigen über; das ärgert die Schwächeren ganz gewaltig, darum sie sich auch von diesen ihren stärkeren Collegen zu entfernen beginnen, um gegen diese eine Rächerschaar zu sammeln, sie dann anzugreifen, und allergrausamst zu züchtigen! Auch die Menge der schwächeren und weniger üppigen Dirnen rotten sich gegen die üppigeren, und wollen ihnen ihre größere Ueppigkeit mit der Schärfe aller ihrer Nägel auf das energischeste herunterkratzen!

[BM 69.12] Spricht Borem: „Mein Freund, das ist erst der Anfang; lassen wir es nur gehen, wie es nun geht; es wird sich das Rad bald wenden; sieh’, diese Chinesin entfleucht nun, und wird bald zu einem mächtigeren Regimente stoßen, das sich ihrer annehmen wird, und wird eine ganz entsetzliche Rache nehmen an diesem rachsüchtigsten Jesuiten! Da sehe, dort aus jener Berghöhle, vor der sie nun stehet und schreiet, steigen schon eine Menge Ungeheuer allergräßlichster Art, sieh’, ihrer eine Unzahl; sie theilen sich und umzüngeln nach allen Seiten unsere Jesuitenschaar; diese merken noch nichts, was ihnen bevorstehet! Aber nun gebe Acht, die Ungeheuer haben den Kreis geschlossen; die Chinesin noch mit ganz zerrissener und zerfetzter Haut, und mit einem Herrscherstabe in der Hand naht sich dem Jesuiten-Haufen, der sich noch mit den nackten Dirnen beschäftigt. Nun gebe acht, und sage mir, was du nun sogleich erschauen wirst!“

[BM 69.17] Da, sehe nun nur wieder hinein, du wirst die ganze Jesuitenschaar wieder aus demselben Loche emporsteigen sehen, in das früher die Chinesin blos nur den einen zerstückelten Jesuiten hinabgeschleudert hat.“

[BM 69.18] B. Martin richtet nun wieder sein Augenmerk auf diese Szene, und spricht: „Richtig, da kommen die Kerls wieder ganz wohlgestaltig zurück; bin nun doch recht neugierig, was sie nun anfangen werden?! Aha, aha, schau, schau, schau; sie fangen an, nun etwas bessere Saiten aufzuziehen. No, vielleicht wird sich’s doch machen?! Ich bemerke sogar, wie Einige aus der Schaar Miene machen, als wollten sie gar zu beten anfangen; denn sie machen ganz fromme Mienen; ich wäre wirklich von ganzem Herzen froh, so sie sich Alle bessern möchten!“

[BM 70.7] B. Martin, der das alles mit angehört hatte, spricht zum Borem: „Bruder! jetzt sieht es im Ernste für diese unsere Jesuiten, wenigstens für die Dreißig, die schon beim ersten Manöver zugegen waren, schlimm aus! Ich sehe auch alle andern dieses Collegiums; diese aber halten sich nicht bei diesen Dreißig auf, sondern bilden eine abgesonderte Schaar, die viel lichter aussieht, als die dieser Dreißig.

[BM 71.9] Spricht wieder der eine Jesuit: „Nur zu, ich bleibe meiner Vornahme, Gott stärke mich dazu, getreu; ihr aber könnet thun, was ihr wollet; wegen dem jüngsten Tage lasse ich mir gerade kein graues Haar wachsen, aber wegen dem sichern Empfange der ewigen Verdammniß in eurer Gesellschaft wohl! Ignatius hin, Ignatius her, ich folge von nun an den Worten des Boten Gottes, und der Ignatius samt euch Allen kann mich – , hätte bald was gesagt! – so wie auch der ganze Orden – wohlverstanden!

[BM 75.12] O Gott, o Gott, da schaue einmal Eine an, die uns nun so ziemlich am nächsten steht. O Herr, das Gesicht! Die Nase hängt ihr nahe an den Bauch herab, die Ohren haben Aehnlichkeit mit denen eines Elephanten, der Mund sieht eher dem After einer alten Kuh, als einem menschlichen Munde ähnlich, der Hals ist voll Kröpfe, die Augen sehen zwei unregelmäßigen Aftern eines Hundes gleich, und die Haare gleich einem Gewürm; ah, Saperment, das sieht verdammt häßlich aus! Es ist wirklich sonderbar; der Leib wäre bei ihr ganz in Ordnung! aber der Kopf, der Kopf! wahrlich, ich kann mir nichts Häßlicheres vorstellen!

[BM 76.2] Spricht Borem: „Das sind einige Elternpaare dieser Herz-Jesu-Damen, sie suchen Hilfe bei ihnen, weil sie durch vieles Suchen und Bitten erfahren haben, daß sich ihre seligsten Töchter hier in einem himmlischen Kloster befänden, und unausgesetzt für ihr Heil bäten!“

[BM 77.3] Allda angelangt stellen sich die zwei weiß gekleideten Männer vor die Schaar der Alten; ein jeder aus ihnen zieht nun eine lange Posaune unter dem Kleide hervor; beide setzen nun diese Musikwerkzeuge an den Mund, und stoßen gar mächtig in dieselben. O saperment, das ist ein kräftiger majestätvollster Ton!

[BM 77.5] Den Alten sträubt sich ob dieses Anblicks das Haar zu Berge, und diese ganz sonderbaren Frösche fangen auch ganz entsetzlich statt weiter zu fluchen zu quacken an; aber ihr Gequacke ist nun ohne Sinn, und wie es scheint von gar keiner Wirkung; denn die zwei Männer bedräuen diese Frösche, und treiben sie nun vor sich hin, und die Alten folgen ganz erstaunt den Zweien; ihr Zug geht gen Abend!

[BM 77.14] B. M. schaut nun gar sehr aufmerksam auf die Szene hin, und spricht nach einer Weile: „Ah, ah, da sieh einmal hin, ah, das ist ja über alle Maßen merkwürdig! Nun blähen sich die Frösche am Ufer des Meeres auf, daß es wahrlich grauenhaftigst anzusehen ist! wie die größten Elephanten stehen sie nun da vor den zwei Männern und vor der stets ängstlicher werdenden Schaar der Alten; noch immer schwellen sie auf, als so sie mit einem Gebläse aufgetrieben würden. O tausend, o tausend! Nun sind sie schon so voluminös, daß man sie geradeweg für kleine Berge halten könnte!

[BM 77.18] Die Alten schlagen nun die Hände über dem Kopfe zusammen, reißen sich die Haare aus, und schreien: Aber um Gottes willen! Jesus, Maria und Joseph! steh uns bei! Wie ist denn das möglich!? Sie sollen ja gar so ein reines Leben geführt haben; sie haben ja doch nichts gethan, als was sie vom Beichtvater aus zu thun bemüßigt waren und was ihnen ihre strenge Regel vorschrieb! und nun müssen wir sie in diesem erschrecklichsten Zustand hier antreffen! O Jesus, Jesus, Jesus, Maria und Joseph! Was ist nun hier aus ihnen geworden?!

[BM 80.18] Aber unsere Macht kann euch in dieser Hinsicht weder um ein Haar vor-, noch um ein Haar rückwärts helfen; denn solches müsset ihr wissen, daß hier nie Jemand weder durch vermeintliche Gott wohlgefällige Verdienste, noch durch ein vermitteltes oder unvermitteltes Erbarmen des Herrn in den Himmel kommt, sondern allein durch die eigene freie Liebe zum Herrn, und durch die daraus hervorgehende Gnade des Herrn Jesu Christi, der da ist der alleinige Herr und Gott Himmels und aller Welt, das alles da ist Sein Werk!

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